Was tun im Ernstfall? : Im Notfall wecken kaum noch Sirenen

MV hat Lücken im Warnsystem: Eine neue Handy-App soll helfen

Bei großen Naturkatastrophen, Amokläufen oder Terroranschlägen kann die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern bislang nur unzureichend alarmiert werden. Durch den Abbau der Sirenen existiert kein einheitliches flächendeckendes System mit Weckeffekt, um auf drohende Gefahren aufmerksam  zu machen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Abhilfe soll neben dem Wiederanbau von Sirenen eine Handy-App schaffen. Erst Anfang Juli hatte das Land das Katastrophenschutzgesetz entsprechend novelliert.

Nach den Vorfällen von München, Ansbach und Würzburg ist vielen Bürgern ins Bewusstsein gerückt, wie sensibel die Situation geworden sei, sagte die Ministeriumssprecherin. Erhebliches Manko sei, dass die kostenlose NINA-App der Bevölkerung noch nicht in ausreichendem Maße bekannt sei. Das müsse dringend geändert werden.

Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, hält die Warn-App für richtig. Allerdings sieht er Probleme bei den Handynetzen in MV. „In einem Funkloch nutzt eine Warn-App wenig.“

„Das Land strebt eine landesweite einheitliche Warnlösung an und empfiehlt den Landkreisen, die notwendige Umrüstung in den integrierten Leitstellen auf das System MoWaS vorzunehmen“, hieß es aus dem Ministerium.

„Wir halten eine solche App für grundsätzlich sinnvoll und warten auf die Ergebnisse der Erprobung“, sagte der Sprecher des Kreises Rostock, Michael Fengler. Allerdings: „Aus Datenschutzgründen wissen wir nicht, wie viele Menschen die App installiert haben“, sagte Renate Jährling, Kreissprecherin von Vorpommern-Rügen.

Im Kreis Vorpommern-Greifswald setzt man im Katastrophenfall bislang auf Sirenen, Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen. Um die nach der Wende entstandenen Lücken im Sirenen-Warnsystem zu schließen, stellt das Land für deren Installation bis 2018 rund 300 000 Euro an Fördermitteln bereit.

Die NINA-App

Etwa  30 Prozent der Bewohner in MV können im Katastrophenfall nicht per Sirenensignal geweckt werden. Die App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) könnte  nach Ansicht des Ministeriums diese Lücke füllen.

Sie wurde vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz entwickelt.

Die App kann auf jedem Smartphone installiert werden. 

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