Ausbreitung in Europa : Hunderte Fälle befürchtet: Belgien kämpft gegen Afrikanische Schweinepest

Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Die Schweinepest ist nah an Deutschland herangekommen. Im Nachbarland Belgien werden nun neue Maßnahmen ergriffen.

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17. September 2018, 14:26 Uhr

Brüssel | Nach weiteren bestätigten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Belgien sperren die Behörden die betroffenen Wälder, um die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen. Dies kündigte der Agrarminister der Region Wallonie, René Collin, am Montag in Brüssel an.

Das für Menschen ungefährliche, für Schweine aber höchst bedrohliche Virus war Ende vergangener Woche rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt in zwei Wildschweinen nachgewiesen worden. Inzwischen seien es fünf Nachweise, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Montag. "Viele weitere Kadaver werden analysiert", sagte Agrarminister Collin laut Belga. Betroffen sein könnten Dutzende oder sogar Hunderte von Wildschweinen.

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Sollte die Afrikanische Schweinepest in Deutschland auftauchen, werden entsprechende Krisenstäbe gebildet. Zudem arbeiten Bund und Länder in geplanten Strukturen eng zusammen. Bei Ausbrüchen in Schweinehaltungen sind vor allem die Tötung der betroffenen Bestände und Sperrbezirke vorgesehen.

Wahrscheinlicher ist zunächst ein Ausbruch der Seuche bei Wildschweinen. Dabei hat sich das Vorgehen Tschechiens nach Angaben des zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) als effektiv erwiesen. Es beruht auf einem Ringsystem und gilt bedingt als "Blaupause" für Deutschland. In Tschechien trat die Seuche im Juni 2017 erstmals auf, seit April 2018 gibt es dort keine neuen Fälle.

Der Deutsche Jagdverband und das FLI haben einen Katalog für unterschiedliche Szenarien bei Wildschweinen (Land, Stadt, viele Schweineställe) entwickelt. Grundsätzlich sind dabei drei Zonen um den Fundort geplant: ein Kerngebiet von etwa 200 Hektar um den Fundort des Tieres, einen gefährdeten Bezirk von etwa 100 000 Hektar und eine Pufferzone von etwa 1,2 Millionen Hektar.

Kerngebiet,Gefährdeter Bezirk und Pufferzone

Kerngebiet: Um zu vermeiden, dass infizierte Tiere aus dem Kerngebiet auswandern und die Seuche verbreiten, gilt dort ein striktes Jagdverbot. Um das Gebiet wird ein Zaun - bestehend aus einem elektrischen Flatterband mit einem Vergrämungsmittel – errichtet, um kranke und auch symptomfreie Wildschweine im Gebiet zu halten und so die Durchseuchung zu ermöglichen. Jäger suchen mit Hunden das Gebiet nach toten Wildschweinen ab.

Gefährdeter Bezirk: In diesem Gebiet wird intensiv gejagt, um die Wildschweindichte deutlich zu reduzieren. Helfer suchen nach Kadavern und damit möglichen Infektionsquellen. Überreste von toten Wildschweinen aus der Kernzone und dem gefährdeten Bezirk werden in gesonderten Kadavertonnen entsorgt.

Pufferzone: Erhöhter Jagddruck mit Drückjagden, gegebenenfalls mit Hubschraubern, Drohnen und Wärmebildkameras zum Aufspüren von Rotten. Im gefährdeten Bezirk und der Pufferzone werden geltende Jagdregeln wie die Einhaltung von Schonzeiten außer Kraft gesetzt.

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