Umfrage zu Landtagswahlen : Horrorszenarien und eine Sensation

Ob nun die Kanzlerin oder Sigmar Gabriel: Das Berliner Spitzenpersonal will sich in der verbleibenden Woche bis zum Showdown noch einmal voll ins Wahlkampf-Getümmel stürzen.
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Ob nun die Kanzlerin oder Sigmar Gabriel: Das Berliner Spitzenpersonal will sich in der verbleibenden Woche bis zum Showdown noch einmal voll ins Wahlkampf-Getümmel stürzen.

Wann wenn nächsten Sonntag in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt Langtagswahlen wären?

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05. März 2016, 07:00 Uhr

„Das sieht nicht gut aus“, sagt ein führender Unionsmann. Die neuesten Umfragen sorgen im Berliner Konrad-Adenauer-Haus geradezu für Alarmstimmung:

In Baden-Württemberg sind Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Grünen inzwischen an Herausforderer Guido Wolf und der CDU vorbeigezogen – im christdemokratischen Stammland liegt eine politische Sensation in der Luft.

In Rheinland-Pfalz schwindet der Vorsprung der CDU, nachdem deren Spitzenkandidatin Julia Klöckner bereits wie die sichere Siegerin ausgesehen hatte. Die SPD mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer liegt je nach Umfrage mit einem oder zwei Prozentpunkten hinter den Christdemokraten. Deutet sich eine Trendwende an?

 

Einzig in Sachsen-Anhalt, wo Ministerpräsident Reiner Haseloff sein Amt verteidigt, scheint der CDU Platz Eins sicher zu sein. In Stuttgart und Mainz aber wird der Kampf um die Macht zur großen Nervenprobe für die Kanzlerinnen-Partei.

Doch nicht nur in der Führungsetage der CDU ist man besorgt. Auch in der SPD-Führung werden „Horrorszenarien“ durchgespielt: Verlust der Macht in Mainz, in Magdeburg und Stuttgart – die Genossen könnten nicht nur ihre Regierungsbeteiligungen verlieren, sondern auch noch von der AfD übertrumpft werden. Für Sigmar Gabriel und die SPD wäre es der „Gau“.

Die Grünen hoffen auf einen Durchmarsch von Kretschmann in Baden-Württemberg, der nach dem Überraschungscoup von 2011 in den letzten Jahren erfolgreich in die Rolle des Landesvaters hineinwachsen ist und sich klar zur Flüchtlingspolitik Angela Merkels bekennt.

Ob nun die Kanzlerin, Sigmar Gabriel oder für die Grünen Cem Özdemir: Das Berliner Spitzenpersonal will sich in der verbleibenden Woche bis zum Showdown noch einmal voll ins Wahlkampf-Getümmel stürzen – auch um allzu große AfD-Erfolge nach Möglichkeit noch zu verhindern.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich zumindest in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abzeichnet, verspricht jede Menge Spannung für den Wahlabend. Katzenjammer bei CDU und SPD? Unklare Mehrheitsverhältnisse in Mainz und Stuttgart? Sollte die FDP dort in die Landtage einzuziehen, könnte der Druck auf die Liberalen steigen, als Mehrheitsbeschaffer zur Verfügung zu stehen. Für die Strategen in Berlin steht fest, dass der 13. März eine Zäsur werden könnte.


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