zur Navigation springen

Fragen und Antworten : Hoffnung für Syrien?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit gestern früh gibt es einen Plan für eine Feuerpause in dem Bürgerkriegsland – und viele Zweifel

Die Münchner Syrien-Konferenz hat neue Hoffnung auf ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs in dem arabischen Land geweckt. Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie Iran, die Türkei und Saudi-Arabien haben sich in der Nacht zu gestern nach stundenlangen Gesprächen auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Es gibt aber auch erhebliche Zweifel, dass die Ergebnisse umsetzbar sind.
Fragen und Antworten von Michael Fischer.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Die Konfliktparteien sollen in vollem Umfang humanitäre Hilfe in den belagerten Gebieten gewähren. Gleichzeitig soll innerhalb einer Woche eine Feuerpause vorbereitet werden. Davon ausgenommen sind Terrororganisationen.

Kann man die Terrororganisationen denn von den anderen Verbänden  abgrenzen?

Das ist einer der Knackpunkte des Abkommens. Die Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, kooperiert mit anderen Rebellen im Kampf gegen das Regime. Die Stellungen der Extremisten liegen in vielen Gebieten direkt neben denen anderer Brigaden. Wenn die Nusra-Positionen weiter bombardiert werden, dürften auch die Rebellen weiter- kämpfen, weil sonst das Regime vorrücken könnte.

Wie reagiert die Opposition?

Die Regimegegner begrüßen die Einigung grundsätzlich, zeigen sich aber skeptisch. „Wir wollen Taten und nicht nur Worte“, sagt der Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees der Opposition, Salem Muslit. Viele Menschen in der umkämpften Stadt Aleppo erwarten keine Waffenruhe. „Niemand hier glaubt, dass sich für uns etwas ändert“, erzählt ein Mann mit Namen Ijad am Telefon.

Wird Assad sich an die Vereinbarungen halten?

Es dürfte im Interesse des Regimes liegen, weiter zu kämpfen. Mit massiver russischer Luftunterstützung und Hilfe aus dem Iran hat die Armee im Norden Syriens zuletzt wichtige Erfolge erzielt. Ihr Ziel ist es jetzt, die Rebellen-Gebiete der Metropole Aleppo von der Außenwelt abzuschneiden. Sollte das gelingen, würde dieser Schlag gegen die Rebellen Assads Verhandlungsposition deutlich stärken.

Wie realistisch ist eine Feuerpause denn dann überhaupt?

Die an den Verhandlungen Beteiligten schätzen die Erfolgschancen zurückhaltend ein. US-Außenminister John Kerry spricht lediglich von „Fortschritten“, sein russischer Kollege Sergej Lawrow von einer „komplizierten Aufgabe“. Und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagt vorsichtig: „Wir kennen die Erfahrungen der Vergangenheit, deshalb spreche ich heute nicht von einem Durchbruch.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen