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Ausschwitz - Shoah : Hölle von Hass und Gewalt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Holocaust-Gedenktag: Flammende Politiker-Appelle in Auschwitz, Veranstaltungen gegen das Vergessen in MV

Günter Nevermann, August Senger, Walter Mantow – alle drei lebten auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern, alle drei wurden von den Nazis als lebensunwert erachtet. Günter Nevermann starb als Neunjähriger in einem Schweriner Heil- und Pflegeheim vermutlich an gezielter Vernachlässigung. Der zuständige Arzt hatte das Kind als nicht förderwürdig eingestuft. Der Wismarer Malermeister Walter Mantow wurde 1941 vergast, weil er an Schizophrenie litt. Der Ueckermünder Jude August Senger wurde in der Reichspogromnacht aus seiner Wohnung geholt und musste unter Hohn und Spott am Schlosshof aus der Thora vorlesen.

An alle drei wurde gestern, am internationalen Holocaust-Gedenktag, bei Veranstaltungen in MV erinnert. Durch Ueckermünde zog ein „Marsch des Lebens“. Der Landesverband Sozialpsychiatrie gedachte in Wismar der Opfer der Euthanasie. Am Zentrum für Nervenheilkunde der Unimedizin Rostock wurde ein Kranz für die Opfer von Zwangssterilisationen und Euthanasie niedergelegt. Am Abend war in Schwerin eine Gedenkveranstaltung des Landtags. In Greifswald galt die Erinnerung den Opfern der Wehrmachtsjustiz.

In der Hauptveranstaltung des internationalen Gedenktages riefen führende Politiker zu entschlossenem Vorgehen gegen Rassismus und Antisemitismus auf. Polens Präsident Bronislaw Komorowski sagte im NS-Vernichtungslager Auschwitz: „Die deutschen Nationalsozialisten haben meine polnische Heimat zum ewigen jüdischen Friedhof gemacht.“ Auschwitz sei eine „Hölle von Hass und Gewalt“ gewesen, sagte er vor mehr als 300 Überlebenden.

Unter der Nazi-Herrschaft waren in Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden. Die allermeisten Opfer waren Juden. Aber auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, Polen, Homosexuelle und politische Häftlinge wurden dort getötet.

Joachim Gauck sieht Deutschland 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz in der moralischen Pflicht zum Schutz von Flüchtlingen und Menschenrechten. „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“, sagte der Bundespräsident in einer Sondersitzung des Bundestages.

 

 

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