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G20-Gipfel Hamburg : Hass, Chaos, Anarchie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Knapp 500 verletzte Polizisten, brennende Autos, brutale Szenen: Entsetzen über Gewalt bei G20-Treffen

Zwei Tage mit politischen Beratungen der großen Wirtschaftsmächte, drei Tage mit brutalen Protesten dagegen: Die Eskalation der Gewalt bei den Protesten gegen den G20-Gipfel hat für Entsetzen gesorgt. Er sei schockiert und fassungslos, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gestern. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) räumte ein, dass die Sicherheitskräfte von der Brutalität der Proteste überrascht wurden. Die Geschädigten sollen schnelle Hilfe erhalten. Für die Täter verlangte Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz „sehr hohe Haftstrafen“.

Rund um das Treffen der großen Wirtschaftsmächte war es drei Tage und Nächte lang zu teils heftigen Krawallen von Linksautonomen gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden 37 Haftbefehle gegen Verdächtige erwirkt. 476 Beamte seien verletzt worden. Über die Zahl der verletzten Demonstranten lagen keine Angaben vor. Die Schäden erreichten Millionenhöhe.

Die Auseinandersetzungen hielten auch nach dem Ende des Gipfels in der Nacht zum Sonntag an – aber nicht mehr mit dem Ausmaß der Krawalle in der Nacht zum Sonnabend, als mehrere hundert Autonome im Schanzenviertel mehrere Stunden lang ungehindert randalierten, Läden plünderten und brennende Barrikaden errichteten. Danach ging die Polizei mit einem massiven Aufgebot gegen sie vor. Zuvor hatten mehrere zehntausend Menschen friedlich gegen den G20-Gipfel demonstriert.

Steinmeier verteidigte die Wahl der Hansestadt als Austragungsort: „Wenn ein demokratisch gefestigtes Land wie Deutschland sich nicht mehr in der Lage sieht, internationale Gäste einzuladen, Konferenzen wie diese auszurichten, dann gerät mehr in Gefahr als nur eine einzelne Konferenz“, sagte er. Regierungschef Scholz, gegen den Rücktrittsforderungen laut wurden, räumte ein, dass es nicht gelungen sei, so für die Sicherheit zu sorgen, wie man sich das vorgestellt habe. „Das erschreckt – jeden, mich auch.“

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer wies aber darauf hin, dass es bei dem bisher größten Einsatz der Hamburger Polizei gelungen sei, die Sicherheit des Treffens zu gewährleisten. Mehr als 20 000 Beamte seien dafür im Einsatz gewesen.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, alle angeblichen politischen Motive seien nur ein Deckmantel, während es den Tätern nur um Gewalt an sich gegangen sei. Gabriel: „Die Täter unterscheiden sich überhaupt nicht von Neonazis und deren Brandanschlägen.“ Zuvor hatte Kanzlerin Angela Merkel die Krawalle verurteilt: „Blindwütige Gewalt kann nicht geduldet werden.“ Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte: „Diese Gewalttäter sind keine Linken, das sind Kriminelle.“

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