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Wasserversorgung : Grundwasser chemisch belastet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

18 Wasservorkommen weisen einen schlechten Zustand auf

Mehr als 42 Prozent der 52 Grundwasservorkommen in MV erfüllen nach Informationen unserer Redaktion nicht die Kriterien für einen guten Gewässerzustand. Grund dafür sind vor allem chemische Belastungen – insbesondere mit Stickstoffen wie Nitrat und Ammonium aus der Landwirtschaft. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Von den 18 Grundwasservorkommen, die einen schlechten chemischen Zustand aufweisen, sind demnach 15 so hoch mit Stickstoffen belastet, dass der Schwellenwert überschritten werde. Bei 16 Vorkommen hatte sich der chemische Zustand den Angaben zufolge zuletzt verschlechtert, bei zehn verbessert.

Im bundesweiten Vergleich stehen die Grundwasservorkommen in Losten und Roggenstorf an zweiter- und dritter Stelle, was die Nitratbelastung angeht. Dort liegen die Werte bei 268,6 beziehungsweise 205,3 Milligramm je Liter. Die Wasserversorger müssten das Wasser daher entweder aufbereiten. Alternativ könnten sie „auf unbelastete Rohwasservorkommen ausweichen bzw. Wasser verschiedener Güte verschneiden“. Generell könnten Verunreinigungen wegen dieses Zusatz-aufwands „zu einer Erhöhung der Aufbereitungskosten und somit der Wasserpreise führen“, so das Ministerium.

Laut Bundesregierung sind auch 86,3 Prozent der Fließgewässer in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund ihrer ökologischen oder chemischen Qualität in einem schlechten Zustand. Die Grünen fordern Konsequenzen und werfen auch der Landesregierung in Schwerin Versäumnisse vor. „Die Zahlen zeigen, dass endlich eine Düngegesetzgebung notwendig ist, die auch dem Gewässerschutz dient“, erklärte Peter Meiwald, umweltpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Der Rostocker Bundestagsabgeordnete Harald Terpe erklärte, auch die Landesregierung in MV müsse sich fragen lassen, „ob sie wirklich Politik für mehr Gewässerschutz macht“.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist das Problem bekannt. Einer Sprecherin zufolge wurde eine Reihe an Maßnahmen getroffen.  


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erstellt am 20.Mai.2016 | 05:55 Uhr

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