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Pegida Dresden : Grönemeyer & Co zeigen Flagge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Sänger Herbert Grönemeyer warnte vor dem Konzert davor, den Islam zum Feindbild zu erklären.

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erstellt am 26.Jan.2015 | 20:29 Uhr

Zehntausende Menschen haben gestern Abend in Dresden bei einem Konzert vor der Frauenkirche ein anderes Bild von der Pegida-Hochburg gezeigt. „Wir wollen zeigen, dass Dresden weltoffen, tolerant und bunt ist, und haben uns bemüht, dass es warm wird, vor allem ums Herz“, sagte Gerhard Ehninger vom Verein „Dresden – Place to be“, der das Konzert organisiert hat. Einen Tag nach der letzten Pegida-Kundgebung wurden auf dem Neumarkt unter anderem Herbert Grönemeyer, Silly, Keimzeit und Christian Friedel mit Woods of Birnam erwartet. Vereinzelt wurden in der Menge Deutschlandfahnen gesichtet. Auch die Pegida hatte ihre Anhänger zum Konzertbesuch ermuntert.

Der Sänger Herbert Grönemeyer hatte zuvor mit Blick auf die Pegida-Bewegung Verständnis für Politikverdrossenheit gezeigt, zugleich aber davor gewarnt, den Islam zum Feindbild zu erklären.„Ich kann verstehen, dass Menschen sich in der heutigen Zeit zum Teil von der Politik nur noch verwaltet fühlen, und auch die Art der Ansprache, den ganzen Politikstil sehr merkwürdig finden“, sagte er kurz vor dem Konzert für Toleranz und Weltoffenheit.

„Wofür ich überhaupt nicht zu haben bin, ist, dass man sich als Zielscheibe und Projektion für diese Ängste, die man auch hat, plötzlich wieder eine Religion aussucht. Das hatten wir schon mal“, warnte der 58-Jährige. „Das geht gar nicht. Das ist auch völlig undemokratisch.“

Vielen Pegida-Anhängern sei offenbar nicht bewusst, was sie mit dem Wort Islamisierung sagten. „Die Gefahr einer Islamisierung ist in Deutschland genauso groß, als wenn uns ein Meteorit auf den Kopf fällt. Menschen islamischen Glaubens leben hier seit über 50 Jahren. Sie haben das Land mitgeprägt“, sagte Grönemeyer.

 

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