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AfD : „Gekommen, um zu bleiben“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

AfD-Vorsitzender Bernd Lucke über den Wahlsieg seiner Partei in Thüringen und Brandenburg und über mögliche Koalitionen

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 20:58 Uhr

Die Alternative für Deutschland schwimmt auf einer Welle des Erfolgs. Rasmus Buchsteiner sprach mit Bernd Lucke, Sprecher des Vorstandes der Alternative für Deutschland (AfD), über die Landtagswahlen und mögliche Koalitionspartner.

Die Piratenpartei ist vor einigen Jahren ähnlich rasch aufgestiegen und dann wieder abgestürzt. Fürchten Sie nicht, genauso schnell entzaubert zu werden?
Lucke: Unsere inhaltliche Identität ist viel weiter. Die Piraten hatten nur das Thema Internet. Wir sind viel breiter aufgestellt. Die Alternative für Deutschland kümmert sich nicht nur um die verheerenden Fehler der Regierenden in der Euro-Krise und bei der Bankenrettung. Wir haben klare Standpunkte auch zu Fragen von Rechtsstaatlichkeit, direkter Demokratie, sozialer Marktwirtschaft und innerer Sicherheit. Die AfD ist gekommen, um zu bleiben.
Viele politische Beobachter sehen in der Alternative für Deutschland eine Partei, die rechte Ressentiments bedient.
Uns Rechtspopulismus vorzuwerfen, ist Quatsch. Wir laufen niemandem hinterher, machen unsere eigene Politik. Die Altparteien dreschen Phrasen, wir nennen die Probleme beim Namen.

Das mag für manche nicht sehr angenehm sein. Aber die anderen Parteien werden sich darauf einstellen, dass wir jetzt da sind.
Die AfD ist zum großen Teil Fleisch aus dem Fleisch der CDU. Sind Sie offen für Bündnisse mit den Christdemokraten, in Thüringen und anderswo?
Es ist nicht meine Sache, jetzt konkrete Gesprächsangebote zu machen. Die CDU hat ein schwieriges Verhältnis zu uns. Wir sind bereit, mit allen demokratischen Parteien zu reden, über Sachfragen, unsere Inhalte, aber auch über mögliche Bündnisse. Wenn die CDU das nicht will, ist das ihre Entscheidung. Dann sollte sie deutlich machen, dass sie mehr Schnittmengen mit SPD und Grünen hat. Das eröffnet uns Möglichkeiten, unzufriedene CDU-Wähler für uns zu gewinnen.
Sie gewinnen offenbar in großem Ausmaß Protestwähler für sich, auch NDP-Wähler. Wie gehen Sie damit um?
Moment mal! Wir haben von allen anderen Parteien mehr Wählerstimmen bekommen als von der NPD. Das ist der durchsichtige Versuch, uns ins falsche Licht zu rücken.
Sachsen, Thüringen, Brandenburg – nun hat die AfD den Osten als Basis. Wie wollen Sie im Westen erfolgreich werden?
Wir wollen jetzt in den westdeutschen Bundesländern erfolgreich sein – erst in Hamburg, später in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir dort bald in den Landtagen vertreten sein werden.



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