Gesundheit : Gefährliches E

Wasserpfeiffen sind im Trend, bergen aber auch Gefahren.
Wasserpfeiffen sind im Trend, bergen aber auch Gefahren.

Bundesregierung will Verkauf der gesundheitsschädlichen Zigaretten- und Shisha-Produkte an Jugendliche verbieten.

svz.de von
24. April 2015, 11:45 Uhr

Die Zigarette von heute ist bunt und schmeckt nach Obst oder Schokolade: Experten sehen mit Sorge, dass immer mehr Jugendliche bedenkenlos zur E-Shisha greifen. Nun wird die Bundesregierung aktiv. Anja Semmelroch beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

E-Zigaretten und E-Shishas – was ist das?

Elektrische Zigaretten enthalten keinen Tabak, meistens aber Nikotin. Sie bestehen aus Mundstück, Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche mit einer Flüssigkeit („Liquid“). Beim Ziehen am Mundstück wird das Liquid vernebelt und inhaliert – deshalb spricht man auch nicht von rauchen, sondern von „dampfen“. E-Shishas, eine Variante der E-Zigarette, sind erst seit etwa eineinhalb Jahren auf dem deutschen Markt. Sie heißen so, weil das Mundstück dem einer Wasserpfeife ähnelt. Oft sehen E-Shishas aus wie bunte Stifte, die Liquids schmecken nach Mango oder Zuckerwatte, deswegen sprechen sie vor allem Kinder und Jugendliche an.

Warum sehen Experten das mit Sorge?

Auch wenn die Liquids kein Nikotin enthalten, sind die Inhaltsstoffe nicht ohne. In den meisten von ihnen steckt Propylenglykol – ein Erdölprodukt, das unter anderem zum Frostschutz für Autos eingesetzt wird und die Atemwege reizt. Erste Studien haben im Dampf der meisten Produkte krebserzeugende Stoffe nachgewiesen. Kinder und Jugendliche werden so schon früh ans Rauchen gewöhnt.

Wieso muss die Jugend so geschützt werden?

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht in den E-Shishas „ein geschicktes Marketing-Produkt der Tabakindustrie“, die Minderjährige „an das Rauchen heranführen will“. Und das offensichtlich mit Erfolg: Unter den 16- bis 19-Jährigen hatte 2014 laut Mortler gut jeder Vierte (27 Prozent) schon einmal eine E-Zigarette probiert - nach 8 Prozent 2013. Eine neue Studie der BzgA zeigt Jugendministerin Manuela Schwesig (SPD) zufolge, dass bundesweit etwa 534 000 Jugendliche zwischen 12 und 17 noch nie eine „normale“, dafür aber schon einmal eine E-Zigarette geraucht haben.

Was plant die Bundesregierung?

Weil E-Zigaretten und E-Shishas keinen Tabak enthalten, fallen sie bisher nicht unter das Jugendschutzgesetz. Diese Lücke will Schwesig noch in diesem Jahr schließen und mit einer Änderung von Paragraf 10 den Verkauf an Kinder und Jugendliche verbieten, auch bei dem Internet- und Versandhandel - unabhängig davon, ob die Produkte nikotinfrei sind oder nicht. Nikotinfreie E-Zigaretten sollen den nikotinhaltigen gleichgestellt werden. Hinweispflichten wären somit erforderlich.

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