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Özoguz „in Anatolien entsorgen“ : Gauland: „Inhaltlich bleibe ich dabei“

vom
Aus der Onlineredaktion

AfD-Spitzenkandidat spricht über „Entsorgung“ von Integrationsbeauftragten Özoguz und steht dazu

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat den Vorwurf einer völkisch-rechten Gesinnung seiner Partei und Person zurückgewiesen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Politiker, „bei uns gibt es keinen völkisch-rechtsradikalen Flügel, also kann ich auch keine entsprechende Führungsfigur abgeben“. Bezüglich seiner jüngsten Kritik an der SPD-Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz („in Anatolien entsorgen“) sagte Gauland, diese Worte würde er nicht noch einmal verwenden. „Inhaltlich bleibe ich dabei, dass wer, wie Frau Özoguz, die von mir kritisierten Aussagen macht, in einem öffentlichen Amt und in unserem Land nicht am richtigen Ort ist“, fügte er hinzu. „Im Übrigen hat der SPD-Politiker Kahrs im Jahre 2013 getwittert, „wir wollen ja alle die Merkel entsorgen“. Ob dies nun ebenfalls menschenfeindlich gewesen sei, wollte Gauland wissen.

Özoguz hatte im Mai in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ die Ansicht vertreten, die „Leitkultur“-Debatte gleite oftmals ins Lächerliche ab. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung schrieb, historisch gesehen sei die deutsche Geschichte eher von „regionalen Kulturen“, von Vielfalt und von Einwanderung geprägt. Darauf reagierte Gauland am Wochenende: „Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist“, rief er seinen Zuhörern zu. „Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können“.

Kommentar von Andreas Herholz: Gezieltes Kalkül
Gezielte Verletzungen, Hetze, Provokationen und Rassismus gehören zum Handwerkszeug der AfD und ihrer Protagonisten. Gaulands wiederholte fremdenfeindliche und unmenschliche Attacken – mal gegen den deutschen Fußballweltmeister, mal gegen ein Regierungsmitglied – zeigen deutlich, wes Geistes Kind er und die Alternative für Deutschland sind. Angesichts der unter den eigenen Erwartungen liegenden Umfragewerte versucht Gauland, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die eigene Stammklientel zu bedienen. Auf der einen Seite gibt man sich als demokratische Rechtsaußen-Partei, auf der anderen Seite fischt man auch im trüben braunen Gewässer der Extremisten.

 

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