Bundeswehrreform : Ein wichtiges Signal

Ursula von der Leyen muss die Bundeswehrreform zur Erfolgsgeschichte machen

svz.de von
17. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Ursula von der Leyen hat es eilig. Noch bevor sie aus der Hand des Bundespräsidenten ihre Ernennungsurkunde entgegennehmen konnte, startete die neue Verteidigungsministerin die erste Offensive. Moderner soll die Bundeswehr werden und attraktiver, kündigt die erste Frau an ihrer Spitze an. Und es klingt, als mache sich eine Unternehmensberaterin ans Werk, um einen veralteten Betrieb wieder auf Vordermann zu bringen.

Zwölf Jahre hat es gedauert, bis nach der Öffnung aller militärischen Laufbahnen in den Streitkräften für Frauen auch eine Frau auf den Ministersessel rückt. Gerade einmal 18 000 Soldatinnen und damit nur ein Zehntel der gesamten Truppe leisten bisher ihren Dienst. Nur mühsam erobern sie die oberen Führungsebenen. Die Entscheidung für Ursula von der Leyen ist daher ein wichtiges Signal für mehr Frauen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in der Bundeswehr. Nicht einmal die Opposition bezweifelt dies.

Ob die CDU-Frau allerdings auch das Zeug hat, die Streitkräfte erfolgreich zu führen, muss sie erst noch beweisen. Schließlich übernimmt sie die Truppe in einer schwierigen Zeit. Der Übergang von der Wehrpflicht- zur Berufsarmee läuft längst nicht so reibungslos, wie gedacht. Die Bundeswehrreform ist noch keine Erfolgsgeschichte. Angela Merkel hat bisher nicht den Eindruck gemacht, als ob Sicherheits- und Verteidigungspolitik und auch die Zukunft der Armee eine Herzensangelegenheit für sie wären. Unbeantwortet bleibt einstweilen die Frage, ob sie von der Leyen nun zur Verteidigungsministerin gemacht hat, um sie loszuwerden oder sie als ihre Nachfolgerin in Stellung zu bringen. Die Ministerin muss jetzt jedenfalls liefern. Eine Hundert-Tage-Frist bleibt ihr nicht.

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