nach trauerfeier für nelson mandela : Ein Obama-Foto mit Folgen

Handy-Selbstportrait – auch „Selfie“ genannt: Cameron, Thorning-Schmidt und Obama amüsieren sich auf der Trauerfeier.
Handy-Selbstportrait – auch „Selfie“ genannt: Cameron, Thorning-Schmidt und Obama amüsieren sich auf der Trauerfeier.

Nach der Trauerfeier für Nelson Mandela, werden dem US-Präsident schlechte Diplomatie und unpassendes Trauerverhalten vorgeworfen.

svz.de von
12. Dezember 2013, 15:46 Uhr

Ursprünglich sollte es bei der Trauerfeier für Nelson Mandela um den Verstorbenen gehen – doch ein Händeschütteln und ein Handy-Foto (beide involvierten US-Präsidenten Barack Obama), stehlen am Tag nach der Zeremonie Mandela die Show.

Der Handschlag zwischen Obama und Kubas Präsident Raul Castro sorgte vor allem in den USA für Aufregung. Von den einen als „historisch“ gelobt, wurde er von Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain als „Propaganda, die Castro hilft, sein brutales Regime aufrechtzuerhalten“ gerügt. McCain besuchte übrigens einst den früheren libyschen Despoten Muammar al- Gaddafi in Tripolis. Was nahezu unerwähnt blieb und die amerikanischen Gemüter weitgehend kalt lässt: Nur wenige Sekunden später begrüßte Obama auch den Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, der unbestreitbar ebenfalls ein Unrechtsregime anführt.

Doch das war nicht der einzige Fauxpas, der Obama seit Dienstag verfolgt. Anscheinend animiert von Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt, lächelten Obama und auch der britische Premierminister in deren Handykamera, während Michelle Obama verärgert zuschaute. Schlechtes Benehmen auf einer Trauerfeier, urteilten unzählige Twitternutzer. Später setzte sich die amerikanische First Lady dann vorsichtshalber zwischen die Dänin und ihren Mann.



Falsche Übersetzung für Gehörlose




Während die genannten Vorfälle praktisch ohne Worte zu verstehen waren, bekamen gehörlose Zuschauer von der Trauerzeremonie mit all ihren Reden sehr wenig mit. Der von der südafrikanischen Regierung angeheuerte Gebärdensprachedolmetscher, prominent neben den ebenso prominenten Rednern positioniert, konnte – nach Auskunft mehrerer Lehrer und Gehörlosenvereinigungen – tatsächlich keine richtige Gebärdensprache. Bei den Gesten habe es sich weder um englische noch um südafrikanische Gehörlosensprache gehandelt. „Er hat die Zeichen frei erfunden“, sagte Braam Jordaan, ein gehörloser Südafrikaner und Vorsitzender im Weltverband der Gehörlosen. Ein Sprecher des südafrikanischen Präsidenten Zuma erklärte, seine Partei ANC werde versuchen die Identität des falschen Dolmetschers festzustellen.

Gestern wurde Nelson Mandela in Pretoria aufgebahrt. Aus nächster Nähe konnten Angehörige und tausende Südafrikaner ihm dort die letzte Ehre erweisen. Jene, die am Sarg im Regierungsgebäude defiliert waren berichteten, dass noch immer ein Lächeln auf Mandelas Gesicht spiele.

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