Verkaufsverbot : E-Zigaretten und E-Shishas für Jugendliche tabu

Bunt und vor allem bei Schülern begehrt: E-Shishas.
Bunt und vor allem bei Schülern begehrt: E-Shishas.

Junge Menschen sollen es künftig schwerer haben, an die elektronischen Genussmittel heranzukommen.

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03. November 2015, 21:00 Uhr

Die Bundesregierung will den Verkauf von E-Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche verbieten. „Es darf nicht sein, dass sie diese Produkte einfach kaufen und konsumieren können. Diese Lücke im Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche schließen wir jetzt“, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen!“ Die Flüssigkeiten, die beim Konsum verdampfen, würden nach Mango oder Schokolade schmecken. „Sie sind aber alles andere als harmlos“, so die SPD-Politikerin weiter. „Studien belegen, dass auch der Konsum nikotinfreier E-Shishas und E-Zigaretten gesundheitsschädlich ist. Die dabei entstehenden Stoffe gelten als krebserregend und können bei Kindern und Jugendlichen das Lungenwachstum beeinträchtigen.“

Das Bundeskabinett will heute eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg bringen. „Es wird sichergestellt, dass Tabakwaren sowie elektronische Zigaretten und elektronische Shishas auch über den Versandhandel nur an Erwachsene abgegeben werden“, heißt es in dem Entwurf, der unserer Redaktion vorliegt. Das Verbot gilt auch für den Verkauf von nikotinfreien elektronischen Zigaretten und Shishas.

„Wer jetzt nikotinfreie E-Zigaretten konsumiert, könnte schon bald neue Reize suchen und dann auf nikotinhaltige Produkte oder herkömmliche Zigaretten umsteigen“, so Familienministerin Schwesig. „Es geht deshalb auch darum zu verhindern, dass eine neue Kultur des Rauchens unter Jugendlichen um sich greift.“

Das Gesetz muss noch vom Bundestag verabschiedet werden und soll im ersten Halbjahr des Jahres 2016 in Kraft treten. Nach einer Auswertung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben etwa 20 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen schon mal eine E-Shisha probiert – etwas weniger, 15 Prozent, eine E-Zigarette. Rund elf Prozent haben bereits eine E-Shisha oder eine E-Zigarette konsumiert, ohne jemals eine Tabakzigarette geraucht zu haben. Nach Branchenangaben wurden im Jahre 2014 über 200 Millionen Euro Umsatz mit nikotinhaltigen elektronischen Zigaretten und Shishas gemacht.

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