Kommando Kronprinzessin : Drohte von der Leyen der Kanzlerin mit Rücktritt?

Alles hört auf mein Kommando! Auch die Kanzlerin?
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Alles hört auf mein Kommando! Auch die Kanzlerin?

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21. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Ursula von der Leyen als erste Frau an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums – das war die große Überraschung bei der Besetzung des schwarz-roten Bundeskabinetts. So unerwartet die Nominierung durch Angela Merkel, so heftig wird jetzt auch über die Hintergründe spekuliert.

In Berlin kursiert eine Version, nach der von der Leyen der Kanzlerin regelrecht mit Rückzug aus dem Kabinett gedroht haben soll, um den Prestigeposten im Bendlerblock zu bekommen. Daher habe sie einen Wechsel ins Gesundheitsressort kategorisch ausgeschlossen. Demnach hätte von der Leyen den bisherigen Amtsinhaber Thomas de Maizière (CDU), der nun wieder Bundesinnenminister ist, regelrecht aus dem Amt gekegelt.

Der Reihe nach: Als in diesem Herbst klar war, dass es auf eine Große Koalition hinauslaufen würde, traf sich von der Leyen mit der Kanzlerin. Schließlich war bereits absehbar, dass sie nicht Bundesarbeitsministerin würde bleiben können. Die SPD beanspruchte das Ressort für sich. Nach dem Treffen mit von der Leyen sei man im Kanzleramt davon ausgegangen, „dass von der Leyen notfalls auch ganz auf einen Kabinettsposten verzichten würde, sollten ihre Vorstellungen nicht berücksichtigt werden“, berichtet jetzt der „Spiegel“.

Das Muster erscheint nicht neu. Die 55-jährige von der Leyen gilt als machtbewusste Taktikerin, die mitunter auch nicht vor Drohungen zurückschreckt. Im Frühjahr, als in der Union über eine gesetzliche Frauenquote gestritten wurde, erweckte von der Leyen über Tage hinweg den Anschein, sie würde notfalls im Bundestag einem Oppositionsantrag zur Quote zustimmen. Merkel lenkte letztlich ein, von der Leyen bekam ihren Willen und die gesetzliche Frauenquote wurde als Ziel im Wahlprogramm von CDU und CSU verankert. In der Union wurde von der Leyen dafür intern scharf kritisiert.

Überraschen, überrumpeln, Druck machen gehört zu ihrem Politikstil. So erkämpfte sie als Familienministerin Milliarden für den Kita-Ausbau. So versuchte sie später als Arbeitsministerin, eine Bildungs-Chipkarte für Kinder von Hartz-IV-Empfängern und Rentenzuschüsse für Geringverdiener durchzusetzen. Nun also das Verteidigungsministerium als nächste Herausforderung.

Vorgänger de Maizière soll sich heftig gesträubt haben, sein Haus aufzugeben. Dann doch der überraschende Wechsel ins Innenministerium, auf ausdrückliche Bitte der Kanzlerin. Von der Leyen – eine Meisterin der Selbstinszenierung. Bringt sich da jemand in Stellung, um Merkel eines Tages folgen zu können? Kommando Kronprinzessin?



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