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Nordkorea-Konflikt : Donald Trump: „US-Waffen sind geladen und entsichert“

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Auf Twitter droht der US-Präsident dem nordkoreanischen Staats-Chef Kim Jong Un nun direkt mit einem Militärschlag.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 16:20 Uhr

Washington | Für den Fall, dass Nordkorea unklug agiere, seien die USA „nun vollständig vorbereitet“, schreibt US-Präsident Donald Trump am Freitag auf Twitter. Die militärischen Lösungsmöglichkeiten seines Landes seien in Position gebracht, vollgeladen und gesichert. Er hoffe noch, dass Kim Jong Un einen anderen Weg findet.

Nordkoreas Führung hatte am Donnerstag demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die jüngsten Drohungen Trumps reagiert. „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bei jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen“, hieß es in einer von den Staatsmedien verbreiteten Stellungnahme der Streitkräfte.

Hintergrund: Das US-Atomwaffenarsenal

Trump verfügte nach etwa einer Woche im Amt im Januar ein Memorandum zur Neuaufstellung der Streitkräfte. Darin wird das Verteidigungsministerium unter anderem auch beauftragt, sicherzustellen, dass die nukleare Abschreckung auf dem Stand der Zeit ist und den Anforderungen und dem Bedrohungspotenzial des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Die Inventur begann im April, ein Ergebnis soll bis Ende des Jahres dem Präsidenten vorgelegt werden. Allerdings hatte auch Trumps Vorgänger Barack Obama bereits eine Modernisierung des Atomarsenals angeordnet.

Das US-Arsenal im Detail:

- Grundsatz der US-Streitkräfte ist es, Atomwaffen aus der Luft (Flugzeuge), vom Wasser (U-Boote) und vom Land einsetzen zu können.

- Derzeit verfügen die USA über rund 1750 nukleare Sprengköpfe, in Flugzeugen, U-Booten und auf Interkontinental-Raketen. 180 Sprengköpfe sind nach Angaben der Arms Control Association in fünf europäischen Ländern stationiert.

-  Darüber hinaus verfügen die USA über ein Lager von rund 4000 Sprengköpfen, die in Reserve stehen, aber teils nicht oder noch nicht zur militärischen Nutzung aktiviert sind. Ferner sind 2000 Sprengköpfe ausrangiert, die in Teilen theoretisch noch nutzbar wären.

- Die Erneuerung alter System frisst sechs Prozent des Verteidigungshaushalts auf. Bisher wurden nur 3,5 Prozent des Budgets für die Nuklear-Abschreckung ausgegeben. Allein für das nächste Jahr hat Trump 10,2 Milliarden Dollar für diesen Zweck angefordert.

 

Zuvor hatte Trump seine Drohungen im Atomkonflikt mit Nordkorea vor der Presse erneuert und das kommunistische Land eindringlich vor Militäroperationen gegen die USA gewarnt. „Wenn er etwas in Guam unternimmt, dann wird es ein Ereignis sein, wie es noch niemand zuvor gesehen hat, was in Nordkorea passiert“, sagte Trump an die Adresse des Machthabers in Pjöngjang, Kim Jong Un.

Bereits am Donnerstag sagte er, dass seine Drohungen gegen Nordkorea möglicherweise nicht scharf genug gewesen seien. Es sei an der Zeit, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe. Auf die Frage, ob er an einen sogenannten Präventivschlag denke, antwortete Trump: „Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie.“ Jetzt tut er es offensichtlich via Twitter.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die scharfe Rhetorik in der Nordkorea-Krise am Freitag kritisiert. „Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort“, sagt sie in Berlin. Zudem ruft sie dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken. „Ich sehe auch keine militärische Lösung des Konflikts.“ Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte bereits vor einem Atomkrieg.

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