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Berlin : Die SPD im freien Fall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Genossen zwischen Umfrage-Schock, Ratlosigkeit und Resignation

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Und noch ein Tiefpunkt. Erstmals rutscht die SPD in einer Umfrage unter die 20-Prozent-Marke. Nur noch 19,5 Prozent erreichen die Sozialdemokraten beim Meinungsforschungsinstitut INSA. Eine neue Hiobsbotschaft für die Genossen zum Auftakt der ersten Sitzungswoche nach Ostern.

Im „Otto-Wels-Saal“, wo die Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion zusammenkommen, ist die Stimmung gestern gedämpft bis fatalistisch. Parteichef Sigmar Gabriel kommt selbst auf die Umfragen-Misere zu sprechen. „Das ist wie im Fußball. Bei abstiegsbedrohten Vereinen wird immer über den Trainer diskutiert. Das ist nichts Unehrenhaftes“, wurde er von Teilnehmern zitiert.

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto mehr schwant den SPD-Abgeordneten Böses. Die einen fürchten um ihr Mandat, andere stellen sich schon darauf ein, demnächst die Oppositionsbank drücken zu müssen.

Ist Gabriel der richtige Mann, die SPD als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf zu führen? Seine Beliebtheitswerte sind schlecht, selbst bei den eigenen Anhängern. Gabriel wirkt zunehmend angefasst. Hatte er vor kurzem noch auf einen Mitte-Kurs gesetzt und das Wirtschaftsprofil schärfen wollen, so stellt er nun das Thema soziale Gerechtigkeit wieder stärker in den Vordergrund, plant einen „Renten-Wahlkampf“ und sucht dafür den Schulterschluss mit den Gewerkschaften.

Vor wenigen Tagen erst beim Landesparteitag der Niedersachsen-SPD war ihm der Kragen geplatzt. Zunächst hatte er noch den Anspruch der SPD bekräftigt, „Schutzmacht der kleinen Leute zu sein“. Dünnhäutig reagierte er schließlich auf die Kritik eines unzufriedenen Delegierten. „Wenn du glaubst, die Schuld liegt beim Vorsitzenden, dann wähle einen anderen. Dann freut sich meine Frau“, kontert er.


 

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