zur Navigation springen

Jahreskongress politische Bildung : Die Politik zieht es ins Internet

vom
Aus der Onlineredaktion

Internet-User haben vor der jüngsten Bundestagswahl häufig bemerkt, dass sich beim Surfen immer wieder Fenster mit Parteienwerbung geöffnet haben. Diese Entwicklung muss die politische Bildung im Blick haben.

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Bundestagswahl hat nach Ansicht des Direktors der Landeszentrale für politische Bildung MV, Jochen Schmidt, gezeigt, dass alle Parteien bei ihrer Eigenwerbung verstärkt auf die Social Media setzen. Zwar sind klassische Methoden wie Plakate, Kundgebungen oder Fernsehwerbung nach wie vor vorhanden, sie werden aber zunehmend in den Hintergrund gedrängt, sagte Schmidt zum Jahreskongress zur politischen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in Rostock.

„Wer junge Leute erreichen will, muss den Weg ins Internet beschreiten.“ In den vergangenen Jahren habe sich das Informationsverhalten der Bürger verändert, die Informationen werden übers Internet und explizit über die Social Media aufgenommen. Gleichzeitig seien immer noch viele Menschen auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit den Social Media. Für sie stimme weiter die These von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die 2013 das Internet als „Neuland“ bezeichnet hatte und dafür viel Spott erfuhr. Noch immer gebe es sehr viele Menschen, die viel eher Zeitung läsen oder die Nachrichten im Fernsehen verfolgten.

Nach Ansicht von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hat sich die politische Bildung im Zeitalter der Digitalisierung drastisch verändert. Aus der politischen Kommunikation sei eine Straße in zwei Richtungen geworden, sagte Hesse. Die Rezipienten seien nicht mehr nur Konsumenten, sondern gleichzeitig auch Akteure und brächten sich aktiv in öffentliche Diskurse ein. Das führe auf der einen Seite zu mehr Beteiligung und Austausch. „Auf der anderen Seite lädt die Anonymität im Netz viele dazu ein, alle Regeln des kommunikativen Anstands zu vergessen und statt zu diskutieren zu diffamieren.

Die Zuwanderungsdebatte ist dafür ein trauriges Paradebeispiel.“ Spannend ist für Schmidt auch der Umgang mit den sogenannten Fake News oder mit Bots, also die Beiträge, die in sozialen Medien automatisiert verbreitet werden. Dazu bedürfe es der Medienkompetenz, also der kritischen Nutzung von Internetinhalten und der Fragestellung, ob die Meldungen überhaupt stimmen können, sagte Schmidt. Es sei der einzig vernünftige Weg, die Menschen zu befähigen, kritische User zu werden.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen