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Politik : „Die Kontrollgremien funktionieren“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Mit Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, sprach Christoph Slangen.

Können Sie die Zurückhaltung der Deutschen nach dem Organspendeskandal verstehen?

Montgomery: Nachvollziehbar ist das. Solange der Prozess in Göttingen gegen einen Arzt wegen Manipulationen der Warteliste läuft, ist das Misstrauen groß. Wir müssen uns um Aufklärung bemühen. Da sind wir Ärzte gefragt, aber auch die Krankenkassen, die ihre Mitglieder anschreiben und informieren. In den Medien sollte nicht nur über den Skandal berichtet werden, sondern auch über all das, was sich verbessert hat.
Weniger Organspender, weniger Transplantationen – müssen immer mehr Menschen immer länger auf ein Organ warten?

Jeden Tag sterben Personen von der Warteliste, weil es zu wenig Spender gibt. Die Bedingungen sind nach dem Organspendeskandal verändert worden. Die Aufnahme auf die Warteliste wird jetzt restriktiver gehandhabt. Trotz weniger Operationen ist die Zahl der Personen auf der Warteliste von 12 000 auf 11 000 gesunken, weil strengere Kriterien angelegt werden.
Wann rechnen Sie mit der Rückkehr des Vertrauens und einem Anstieg der Spendenbereitschaft?
Zuerst muss die juristische Aufarbeitung der früheren Fehler beendet sein. Der angeklagte Arzt benimmt sich vor Gericht wie ein Herr Ackermann von der Deutschen Bank. Hier gibt es offenbar keine Einsicht, obwohl man ihm zumindest moralisches Fehlverhalten vorwerfen kann.

Ich hoffe, es gibt ein klares Urteil. Infolge des Skandals sind richtige Konsequenzen gezogen worden, die Kontrollgremien funktionieren. Transplantationsmedizin war noch nie so sicher.

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