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Björn Höcke : Die „hässliche Fratze“ der AfD

vom
Aus der Onlineredaktion

AfD-Mann Höcke und seine Provokation. Ruf nach strafrechtlichen Konsequenzen

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin: Für AfD-Rechtsaußen Björn Höcke „ein Denkmal der Schande“. Die Deutschen seien „das einzige Volk“, das sich so etwas „in das Herz seiner Hauptstadt“ gepflanzt habe. Höcke fordert eine „erinnerungspolitisch 180-Grad-Wende“, hetzt gegen die „Apparatschiks“ der Altparteien, sieht den sozialen Zusammenhalt „durch den Import fremder Völkerschaften“ gefährdet, vergleicht Angela Merkel mit Erich Honecker – und seine 500 Zuhörer im Dresdner „Ballhaus Watzke“, die auf Einladung der AfD-Jugend gekommen sind, jubeln. Provokation als Kalkül: Es ist nicht die erste Skandalrede von Höcke.

Ausgerechnet am Tag der Verfassungsgerichtsentscheidung gegen ein NPD-Verbot macht er erneut mit sprachlichen Grenzverletzung und völkischer Rhetorik von sich reden und ruft eine Welle der Empörung hervor – mit Abscheu und scharfer Kritik, Strafanzeigen und dem Vorwurf der Volksverhetzung. Auch AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry stimmt in den Chor der Kritiker ein. Höcke sei eine Belastung. Die AfD müsse sich entscheiden, ob sie den Weg der Republikaner wolle oder den anderer erfolgreicher Parteien wie der FPÖ. „Wir werden Realisten sein oder politisch irrelevant“, sagt Petry. Bahnt sich eine neue Zerreißprobe an? Schon öfter hatte die Parteichefin gegen Höcke vorgehen wollen, war damit aber am verschworenen Lager seiner Unterstützer gescheitert. Dessen Wortführer, Parteivize Alexander Gauland, meldete sich auch gestern zu Wort, nahm Höcke in Schutz. Für Experten bedeuten die Äußerungen des AfD-Fraktionschefs aus Thüringen allerdings eine neue Qualität. Von SPD-Chef Sigmar Gabriel über den Zentralrat der Juden bis hin zum Botschafter Israels – die Reaktionen fallen heftig aus. „Es ist entsetzlich, Reden wie die von Herrn Höcke in Deutschland wieder hören zu müssen. Die AfD zeigt ihre hässliche Fratze“, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Aussagen würden belegen, „dass in der AfD rechtsextremistisches Gedankengut herrscht und die Partei längst nicht so harmlos ist, wie sie immer zu sein vorgibt.“


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