Erschreckende Zahlen : Die ganze Welt in Not

Erderwärmung, Terror und Unwetterkatastrophen - beängstigender Blick auf die Probleme der Zeit

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16. November 2017, 05:00 Uhr

Treibhausgas-Gefahr

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Erderwärmung auf der Weltklimakonferenz als „Schicksalsfrage“ für die Menschheit bezeichnet. Sie blieb jedoch unkonkret, wie und wann Deutschland aus der sehr klimaschädlichen Kohlenutzung aussteigen werde. Kohle und insbesondere die Braunkohle müsse einen „wesentlichen Beitrag“ zur Erfüllung der Klimaziele leisten, sagte Merkel gestern vor den Delegierten aus 195 Staaten in Bonn. „Aber wie genau das ist, das werden wir in den nächsten Tagen miteinander ganz präzise diskutieren müssen.“ Das Thema gehört zu den am heftigsten umstrittenen bei den Jamaika-Sondierungen.

Mit den bisher beschlossenen Maßnahmen könnten die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreicht werden, betonte Merkel. Deshalb bedürfe es unbedingt zusätzlicher Anstrengungen. „Ich will ganz offen sprechen“, sagte Merkel, „das ist auch in Deutschland nicht einfach“. Sie verspreche aber: „Wir in Deutschland werden uns mühen.“ Das deutsche Klimaziel für 2020 sei „ein ehrgeiziges Ziel“, zu dem noch „ein ganzes Stück“ fehle. Bis 2020 will Deutschland 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als 1990.

Die Worte der Kanzlerin genügten den Klimaschützern nicht. „Angela Merkel hat sich heute vor der einzigen Antwort gedrückt, die sie in Bonn geben musste: Bis wann steigt Deutschland aus der Kohle aus?“, kritisierte die Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, Sweelin Heuss. Michael Schäfer vom WWF bemängelte, Merkel habe nur auf die schwierigen Jamaika-Verhandlungen verwiesen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kam mit einem konkreteren Versprechen nach Bonn: Der wichtige Weltklimarat IPCC sei aktuell bedroht, da die USA entschieden hätten, nicht mehr für seine Finanzierung zu garantieren, sagte er. „Daher schlage ich vor, dass Europa Amerika ersetzt.“ Die Delegierten im Saal applaudierten bei der Ankündigung.

Kommentar "Klimakanzlerin mit leeren Händen" von Andreas Herholz

Die Erwartungen waren hoch. Angela Merkel hat sie nicht erfüllt. Die Klimakanzlerin kommt mit leeren Händen, hat keine Überraschungen dabei und enttäuscht die Teilnehmer der Weltklimakonferenz. Immerhin macht sie sich ehrlich. Mit den bisher beschlossenen Maßnahmen wird es nichts mit der Erfüllung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Zwar erklärt Merkel  den Klimawandel zur Schicksalsfrage der Menschheit. Doch nur, um der Besorgnis keine Entschlossenheit folgen zu lassen. Ihrem Anspruch als Klimakanzlerin wird sie nicht gerecht. 

Terror-Gefahr

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Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken. In Europa sind hingegen so viele Tote zu beklagen wie seit Jahren nicht mehr: 826 Menschen starben bei 630 Attacken, vor allem in der Türkei. Das geht aus dem Globalen Terrorismus Index der Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervor, der gestern  in London veröffentlicht wurde.

Weltweit kamen dem Report zufolge 25 673 Menschen im vergangenen Jahr bei terroristischen Anschlägen ums Leben. Das waren 13 Prozent weniger als im Jahr zuvor und 22 Prozent weniger als noch 2014.

Anders sieht die Lage in den europäischen Ländern aus: Dort gab es im vergangenen Jahr mit 826 Toten fast 60 Mal so viele Opfer wie 2002, davon allein 658 in der Türkei. Vor 15 Jahren gab es nur 14 Todesopfer in Europa. Seit 2002 hätten 200 verschiedene Terrororganisationen Anschläge in Europa verübt, darunter die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und der IS. Die Experten sehen aber zumindest Anzeichen für einen Rückgang 2017.

Unwetter-Gefahr

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Schwere Regenfälle haben gestern in Griechenland den vierten Tag in Folge erhebliche Schäden angerichtet und mindestens 15 Menschenleben gefordert.  Spanien steuert nach Jahren des Regenmangels auf eine größere Trinkwassernot zu. In Vietnam starben vor zehn Tagen mehr als  90 Menschen bei einem Taifun.

Das Klima spielt verrückt. Auch in Deutschland nehmen extreme Wetterereignisse  zu.  Im vergangenen Jahr rückte die Bundesrepublik auf dem Klima-Risiko-Index der Umweltschutzorganisation Germanwatch vom 64. auf den 42. Platz der am meisten betroffenen Staaten vor. 15 Menschen starben demnach durch Extremwetter, der Schaden betrug fast vier Milliarden Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro). Die Zahlen wurden am Donnerstag bei der Weltklimakonferenz in Bonn veröffentlicht.

Nach der Studie kamen zwischen 1997 und 2016 mehr als eine halbe Million Menschen als direkte Konsequenz von 11 000 Extremwetter-Ereignissen zu Tode. Kleine Insel-Staaten sind besonders verwundbar. Entwicklungsländer sind die Hauptleidtragenden von Wetterkatastrophen.

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