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zum Blutspenden gezwungen : Devisen für Blut von DDR-Häftlingen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Durch den Verkauf von Blutkonserven wollte die DDR sich Devisen beschaffen - auch Häftlinge mussten deshalb spenden

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 00:34 Uhr

In der DDR wurden auch Häftlinge zum Blutspenden gezwungen, um dem klammen Staat Devisen zu beschaffen. Das berichtete gestern Abend das ARD-Politmagazin Report Mainz und berief sich dabei auf eine neue, noch unveröffentlichte Studie der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin. Das Bayerische Rote Kreuz habe das Blut über einen Schweizer Zwischenhändler aufgekauft. In „Report“ bestätigte das BRK diesen Bezug in den 80er Jahren.

Laut Stasi-Unterlagenbehörde war es in den Haftanstalten Gräfentonna (Thüringen) und Waldheim (Sachsen) zu derartigen Blutspenden gekommen. Eine umfassende Studie über Häftlingsarbeit in der DDR und den darauf aufbauenden Ost-West-Handel wird am Montag unter dem Titel „Knastware für den Klassenfeind“ veröffentlicht.

Gegenüber „Report“ räumte der damalige Vize-Chef des Bezirksinstituts für Blutspende- und Transfusionswesen Erfurt, Rudolf Uhlig, ein: „Wir haben dort Blutspendetermine durchgeführt.“ Gespendet hätten dabei nicht die Angestellten, sondern nur Häftlinge – und das nicht freiwillig, wie Stasi-Unterlagen bezeugen.

„Wir bedauern zutiefst, dass es unter einer anderen Führung des BRK diese Vorkommnisse in den 80er Jahren gegeben hat“, bekundete das Bayerische Rote Kreuz. Heute sei aber nicht mehr nachzuvollziehen, ob man damals davon gewusst habe, dass das Blut von Häftlingen stammt.

Der Sprecher der sechs deutschen regionalen Rotkreuz-Blutspendedienste, Friedrich-Ernst Düppe, sagte der dpa, neben dem BRK habe kein weiterer Regionaldienst die DDR-Blutpräparate bezogen.

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