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Schließungsdrohung von Peter Altmaier : Deutschland diskutiert die Zukunft der Roten Flora

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Nach G20: Immer mehr Seiten melden sich bei der Diskussion um die Zukunft des linken Zentrums im Schanzenviertel von Hamburg zu Wort. Jetzt redet auch Berlin mit.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 07:38 Uhr

Hamburg | Noch immer sind im Hamburger Schanzenviertel zahlreiche kaputte oder beschädigte Scheiben und Fassaden zu sehen. Bis die Haspa-Filiale am Schulterblatt, dort ansässig seit 1959, wieder öffnen wird, vergeht wohl noch einige Zeit. Nur etwa 50 Meter weiter, auf der gleichen Straßenseite, steht die Rote Flora. Seit den Krawallen während des G20-Gipfels ist das autonome Zentrum für viele Menschen der Stein des Anstoßes. Auch die Politik diskutiert munter mit. Seit kurzem auch die Regierung in Berlin.

Seit den G20-Krawallen hat die Diskussion um das ehemalige Theatergebäude wieder an Fahrt aufgenommen. Besonders Mitglieder der konservativen Parteien sprechen sich immer häufiger für eine Schließung der Einrichtung aus.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) positioniert sich eindeutig. In einem Interview mit der Bild am Sonntag fordert er die lückenlose Aufklärung der Vorfälle und stellt klar, dass auch eine Schließung der Roten Flora nicht ausgeschlossen sein darf, wenn sich herausstellt, dass Verantwortliche der Einrichtung an den Ausschreitungen beteiligt waren oder dazu beigetragen haben. Es dürfe keinen rechtsfreien Raum geben. Weder in Hamburg noch anderswo, so Altmaier.

Der Politiknachwuchs aus der Partei des Kanzleramtschefs geht da noch einen Schritt weiter. Der Jungen Union Hamburg kann es scheinbar gar nicht schnell genug gehen, die Konservativen bekräftigen ihre Forderungen nach dem Abriss der Flora. „Wir haben schon 2013 gesagt, dass die Rote Flora abgerissen werden sollte“, sagte die Landesvorsitzende der CDU-Jugendorganisation, Antonia Niecke.

Während die politische Konservative sich weitgehend kritisch gegenüber einem Fortbestehen der roten Flora positioniert, suchen die Betreiber vor allem den Kontakt zu den Anwohnern im Szeneviertel nahe der Messehallen. Um klarzustellen welche Rolle die Flora während der Proteste tatsächlich spielte, trafen sich ihre Vertreter in einer Stadtteilversammlung mit Anwohnern, um Rede und Antwort zu stehen.

<p>Sprecher Andreas Blechschmidt im Schanzenviertel vor der Roten Flora.</p>

Sprecher Andreas Blechschmidt im Schanzenviertel vor der Roten Flora.

Foto: dpa/Christian Charisius
 

Rund 800 Bewohner des Viertels hatten das Angebot angenommen. Flora-Sprecher Andreas Blechschmidt stellte dabei klar, dass die Flora an sämtlichen Protesttagen mitgewirkt habe, jedoch nie Veranstalter gewesen sei. Das autonome Zentrum habe lediglich als Info-Point, aber nie als Schlafplatz gedient. Von dort sei keine Gewalt organisiert worden, jedoch habe man eine Sanitätsstation eingerichtet.

Von Seiten der Hamburger Regierung sind bislang keine konkreten Aussagen zur Zukunft der Flora geäußert worden. Klar ist aber wohl – die Diskussion um die Gewalt während des G20-Gipfels, und damit automatisch auch um die Rote Flora, wird wohl als Wahlkampfthema aller politischen Parteien herhalten müssen.

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