zur Navigation springen

Münchener Polizeisprecher : Der Mann, der Deutschland beruhigte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Extra: Münchener Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins

Samstagmittag im stickigen Pressesaal des Münchener Polizeipräsidiums: Marcus da Gloria Martins atmet erst einmal tief durch. Gerade ist die große Pressekonferenz zum Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum zu Ende gegangen. Jetzt warten bereits wieder etliche Fernsehteams, wollen Interviews mit ihm führen. Der 43-jährige, der in der Nacht zum Gesicht der Münchener Polizei geworden war und für seine ebenso besonnene wie beruhigende Art gefeiert wird, lässt sich nicht beirren. „Der Mann, der ganz Deutschland beruhigte“, wie eine Zeitung titelte, ist auch am Tag danach gefragt, um ihn herum ein Pulk von Kameras und Mikrofonen. Sachlich, eloquent, professionell stand er seit Freitagabend stundenlang Rede und Antwort, ließ sich zu keinen Spekulationen hinreißen.

Mag er auch plötzlich über Nacht eine Art Medienstar geworden sein und es nun sogar eine Facebook-Fangruppe im Internet gibt, die weit über 50 000 Anhängern „gefällt“: Der zweifache Familienvater bleibt weiter souverän und bescheiden. „Es geht nicht um meine Person“, sagt er immer wieder. Da Gloria Martins lässt sich nicht von der medialen Aufgeregtheit anstecken. Seine Statements gingen in der Nacht der Angst aus München um die Welt. „Wichtig ist mir der Aspekt, dass man Ruhe bewahren sollte“, sagt er in der Nacht nach dem Amoklauf, als die Lage lange unübersichtlich war und in der Stadt noch Panik herrschte. Über Twitter, Facebook & Co. versuchten Marcus da Gloria Martins und seine Kollegen gegenzusteuern. Der Mann, für den Polizist nach 23 Jahren im Dienst immer noch ein „Traumjob“ ist, hat portugiesische Wurzeln, ist in Köln aufgewachsen, bekämpfte zunächst als Kommissar Bandenkriminalität, wechselte schließlich „der Liebe wegen“ nach Bayern, wurde zunächst Chef der Münchener Verkehrspolizei und im vergangenen Jahr schließlich Pressesprecher. Im Gespräch mit unserer Redaktion redet er über die Ermittlungen nach dem Amoklauf, über Fluch und Segen der sozialen Netzwerke für die Arbeit der Polizei und darüber, dass er an diesem Wochenende eigentlich freigehabt hätte und ein paar Würstchen und Steaks auf den Grill legen wollte. Doch dann kam alles anders.


zur Startseite

von
erstellt am 24.Jul.2016 | 20:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen