"Demokratie braucht Erinnerung": Ringstorffs Rede in Auszügen

Ministerpräsident Harald Ringstorff gestern mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Sozialminister von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (alle SPD) bei der Eröffnung der  Aktion 'Deutschland bewegt sich' auf der Sport-Fest-Arena.
Ministerpräsident Harald Ringstorff gestern mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Sozialminister von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (alle SPD) bei der Eröffnung der Aktion "Deutschland bewegt sich" auf der Sport-Fest-Arena.

Für Sie dokumentiert: Die Rede von Ministerpräsident Harald Ringstorff, amtierender Bundesratspräsident, beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

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03. Oktober 2007, 12:43 Uhr

Für Sie dokumentiert: Die Rede von Ministerpräsident Harald Ringstorff, amtierender Bundesratspräsident, beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

"Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert. Mecklenburg-Vorpommern, ganz Ostdeutschland, hat in vielen Bereichen einen großen Sprung nach vorn gemacht. Unser Land ist im Sommer zur Hochburg des Tourismus in Deutschland geworden. Über diesen Erfolg freuen wir uns sehr. Dieser Erfolg gehört den Menschen hier in Mecklenburg-Vorpommern. Aber nicht nur. Er ist auch das Ergebnis der Solidarität der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Sie alle leisten seit vielen Jahren ihren Beitrag dazu, damit Ostdeutschland zukünftig aus eigener Kraft bestehen kann. Erfolge hier sind daher auch Erfolge der Menschen in ganz Deutschland."

"Doch wir stellen auch fest: An ihrem 17. Geburtstag ist die Einheit längst Normalität geworden. Die Zahl derer, die sich heute in erster Linie als Deutsche sehen, nimmt weiter zu" .

"Es ist eine Generation herangewachsen, die die DDR nicht erlebt hat und den Nationalsozialismus nur aus den Geschichtsbüchern kennt, die Freiheit für etwas Selbstverständliches hält. Deshalb muss man Demokratie lernen. Je früher man damit anfängt, umso besser. Demokratie kann man nicht verordnen (...)".

"Zur Demokratie gehören Selbstvertrauen und ein klares Bekenntnis zu Werten, denn der Umgang mit Freiheit muss gelernt sein, sonst wird Freiheit nicht zur Lust, sondern zur Last. Unsere Kinder lernen mit uns, sie lernen aber vor allem von uns. Diese Werte müssen wir ihnen als Erwachsene vorleben".


"Wer sich seiner eigenen Identität gewiss ist, kann sich selbstsicher und interessiert seinen Nachbarn öffnen, kann Menschen auch im eigenen Land, die anders denken, anders aussehen und anders sprechen oder auch nur einer anderen Religion angehören, gegenüber aufgeschlossen sein. Treten wir im Alltag den leisesten Anfängen von Unfreiheit, Rechtsbruch und Menschenverachtung entschieden entgegen".

"Nach über 40 Jahren deutscher Teilung haben wir gelernt: Soziale Absicherung ohne Freiheit hat keine Zukunft. Aber Freiheit ohne soziale Gerechtigkeit kann die Gesellschaft nicht zusammenhalten. Machen wir unsere Kinder stark, damit sie aus ihren Chancen etwas machen und sich die Freiheit nie abkaufen lassen für vermeintliche Gleichheit, Sicherheit oder mehr Bequemlichkeit. Das ist der Auftrag aus zwei deutschen Diktaturen. Es ist der Auftrag aus 40 Jahren deutscher Teilung. Es ist unser gemeinsamer Auftrag im vereinten Deutschland".

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