Mit 98,9 Prozent : CSU kürt Weber zu ihrem Europa-Spitzenkandidaten

Sollten die europäischen Konservativen wieder stärkste Fraktion werden, hat Manfred Weber sehr gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.
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Sollten die europäischen Konservativen wieder stärkste Fraktion werden, hat Manfred Weber sehr gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Die Volkspartei für Europa: Mit diesem Slogan zieht die CSU in die Europawahl im kommenden Jahr. Sie hofft, dass ihr Spitzenkandidat viele Stimmen zieht - und der nächste EU-Kommissionspräsident wird.

svz.de von
24. November 2018, 14:41 Uhr

München (dpa) – Die CSU zieht mit einem klaren Bekenntnis zu Europa und einer Kampfansage an Extremisten und Populisten in die Europawahl 2019 - und mit Parteivize Manfred Weber an der Spitze.

Auf einer Delegiertenversammlung am Samstag in München wurde Weber, der bereits die europäischen Konservativen als Spitzenkandidat in die Wahl am 26. Mai führt, auch auf Platz 1 der CSU-Europaliste gewählt. Der Niederbayer erhielt 271 von 274 Stimmen, das sind 98,9 Prozent.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer legte in seiner Rede ein klares Bekenntnis zu Europa und zur EU ab. «Die CSU war und ist eine Europa-Partei», sagte Seehofer. Daran könne kein Zweifel bestehen. Vor fünf Jahren hatte die CSU unter Seehofers Führung allerdings noch einen mindestens in Teilen EU-kritischen Europawahlkampf geführt.

Weber warb in einem leidenschaftlichen Appell für ein starkes, einiges und stabiles Europa und sagte nationalen Egoismen und Extremisten aller Art den Kampf an. Es gehe bei der Europawahl um die Grundsatzfrage, ob man auf dem europäischen Kontinent den Weg der Partnerschaft und des Miteinanders weitergehe - oder ob Europa auseinandergetrieben werde. Unter großem Applaus rief er: «Wir lassen uns Europa von keinem Populisten und Extremisten kaputtmachen.»

Weber, der EVP-Fraktionschef im Europaparlament ist, war am 8. November zum Spitzenkandidaten der europäischen Konservativen gekürt worden. Sollte die EVP wieder stärkste Fraktion werden, hat Weber sehr gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Seehofer nannte es einen «historischen Vorgang», dass die CSU mit Manfred Weber nun den europaweiten Spitzenkandidaten stellt. «Wir alle stehen hinter dir, und auf unsere geschlossene Unterstützung kannst du dich verlassen.» CSU-Generalsekretär Markus Blume betonte ebenfalls: «Wir sind die Volkspartei für Europa.» Und zu Weber sagte Blume: «Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass wir Europa rocken.»

Auf den ebenfalls als sicher geltenden Plätzen zwei bis vier auf der CSU-Liste folgen die weiteren bisherigen Europaabgeordneten Angelika Niebler, Markus Ferber und Monika Hohlmeier. Auf den frei gewordenen Platz fünf wurde der Oberpfälzer Christian Doleschal gewählt, gefolgt von der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler und Bernd Posselt, der sich in einer Kampfkandidatur Platz sieben auf der Liste sicherte.

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