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Im Mai 2011 sichergestellt : CIA veröffentlicht umfangreiches Archiv Osama bin Ladens

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Intime Einblicke in das Innenleben eines getöteten Terrorchefs: Der US-Geheimdienst CIA stellt ein riesiges Archiv von Osama bin Laden ins Netz. Der Gründer des Terrornetzwerkes Al-Kaida offenbart dabei ungeahnte Vorlieben.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2017 | 11:28 Uhr

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat ein umfangreiches Archiv mit Videomaterial und einem Tagebuch des 2011 getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden veröffentlicht. Der Besitz umfasse etwa 470 000 Dokumente, teilte die CIA mit.

«Die heutige Veröffentlichung der Briefe, Videos, Audiodateien und anderem Material ermöglicht den US-Bürgern, einen tieferen Einblick in die Arbeit und Pläne der Terrororganisation zu bekommen», sagte CIA-Direktor Mike Pompeo.

Der CIA zufolge ist das Material im Mai 2011 bei einer Kommandoaktion in Pakistan sichergestellt worden. Mitglieder einer Spezialeinheit überraschten den damals 54-Jährigen in einem Haus in der Stadt Abbottabad und töteten ihn. Bin Laden hatte das Terrornetzwerk Al-Kaida gegründet. Er gilt als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit etwa 3000 Toten in New York.

Auch Einblicke in das Privatleben des Terroristen selbst sind durch das veröffentlichte Material möglich. Unter anderem erfreute sich der einst meist gesuchte Terrorist der Welt an der Dokumentation «Where in the World is Osama bin Laden» (Wo in aller Welt ist Osama bin Laden).

Rückschlüsse auf seine Sehgewohnheiten lassen auch dessen Sammlung von Trickfilmen zu wie «Antz», «Chicken Little», «Cars» sowie die japanische Serie «Detective Concan» auf Arabisch. Zur Sammlung des Terrorchefs gehörten auch Videoanleitungen zum Häkeln verschiedener Figuren wie einem Schmetterling.

Für Forscher ist das CIA-Archiv eine Fundgrube. «Diese Dokumente sind entscheidend für das Verständnis der Geschichte Al-Kaidas und liefern neue Erkenntnisse über die Geschichte des Islamischen Staates und dessen Vorgänger-Organisationen», sagt der Terrorismusexperte Thomas Joscelyn vom Politik-Institut Foundation for Defense of Democracies (FDD). Sein Kollege Bill Roggio ergänzt: «Das Material wird uns für Jahre beschäftigen.»

Nicht nur Videos mit Lebenstipps und eine Porno-Sammlung befinden sich in dem veröffentlichten Archiv, sondern für die Forscher ist vor allem Material von großem Interesse, das Rückschlüsse auf die Zusammenhänge in der islamistischen Szene zulässt. Die Experten um Joscelyn durften bereits vorab das Archiv einsehen, und sie veröffentlichten ihre ersten Erkenntnisse.

Sie konnten ihren Angaben zufolge erstmals beweisen, dass Osama bin Laden auch in seinen letzten Lebensjahren noch als Anführer der Terrororganisation fungierte - und damit nicht wie bisher vermutet aus eigenem Willen die Verantwortung abgab. Joscelyn ergänzte, die Dokumente bewiesen eindeutig, dass eine Verbindung zwischen dem Iran, der Terrormiliz Islamischer Staat und der Al-Kaida-Führung bestehe.

Auch Familienstrukturen um bin Laden könnten erstmalig klar aufgeschlüsselt werden. Die CIA veröffentlichte beispielsweise ein Hochzeitsvideo des Sohns Hamza bin Laden, von dem bisher nur Aufnahmen als Kind bekannt waren. Das gesamte Material von fast 550 Gigabyte können Nutzer herunterladen.

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