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vor Ligagipfel gegen Bayern : BVB weiter auf Suche nach verlorener Form

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Verunsichert, verkrampft, verärgert - der BVB geht unter denkbar schlechten Vorzeichen in das Bundesliga-Spitzentreffen am Samstag gegen den FC Bayern. Alle Hoffnungen auf eine Trendwende erweisen sich beim 1:1 gegen Nikosia als Wunschdenken.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2017 | 12:35 Uhr

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verharrte mit versteinerter Miene auf seinem Tribünenplatz, Trainer Peter Bosz schüttelte ungläubig den Kopf.

Nach dem blamablen 1:1 (1:0) der Dortmunder gegen Fußball-Zwerg APOEL Nikosia war auch die Geduld vieler Fans aufgebraucht, die den erneut enttäuschenden Auftritt des Teams mit Pfiffen quittierten. Das depressive Szenario machte wenig Mut für den Ligagipfel am Samstag gegen den FC Bayern. Zumindest in einer Hinsicht konnte Bosz der anhaltenden Formkrise seines Teams Positives abgewinnen: «Vielleicht kommt das Spiel gegen die Münchner zum richtigen Moment. Vielleicht erwartet man weniger von uns.»

Im momentanen Zustand ist der Bundesliga-Zweite wahrlich kein ernstzunehmender Kontrahent für den Branchenprimus. Es passte ins Bild vom negativen Lauf mit zuletzt nur einem Sieg in sechs Spielen, dass sich Marcel Schmelzer in erster Enttäuschung über den schlechtesten Champions-League-Start der Vereinsgeschichte einen verbalen Lapsus leistete. In einem Interview mit Sky rutschte dem Kapitän das verbotene Wort «Krise» heraus, das er nach kurzem Innehalten schnell in «schlechte Situation» korrigierte. Schließlich hatte Vereinsboss Watzke unlängst all jene Medienkommentare über eine Krise beim Revierclub als «krank» bezeichnet.

Trotz großer Vorteile bei Torschüssen (30:4) und Ballbesitz (71:29 Prozent) blieb die erhoffte Trendwende aus. Daran konnte auch die Führung durch Raphael Guerreiro (29.) nichts ändern. Der Ausgleich der bis dahin harmlosen Zyprer durch den ehemaligen Dresdner Mickael Poté (51.), der schon beim 1:1 im Hinspiel getroffen hatte, versetzte den BVB in einen Schockzustand. «Das brauchen wir nicht schönzureden. Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen haben», bekannte Mario Götze.

Selbst der ansonsten für seine Lockerheit und Treffsicherheit bekannte Pierre-Emerick Aubameyang leidet unter einem Verlust an Selbstvertrauen. Zum vierten Mal in Serie ging der Torjäger leer aus. Sein von Torhüter Nauzet Pérez an die Latte gelenkter Kopfball (77.) war eine von vielen Gelegenheiten, mit denen der BVB fahrlässig umging. Bosz nahm den Gabuner in Schutz: «Ein Stürmer, der einige Wochen nicht trifft, denkt nach. Er hat derzeit auch kein Glück. Das kommt aber wieder.»

Mit Blick auf das Duell gegen den Erzrivalen aus München erinnerte der niederländische Fußball-Lehrer alle Beteiligten an bessere Zeiten: «Wir haben am Anfang der Saison ein sehr gutes Dortmund gesehen. Wenn die Spieler Vertrauen haben, dann kommt das zurück. Wir sind da zusammen drin und kommen da auch zusammen wieder raus.»

Nach dem zweiten 1:1 gegen Nikosia ist selbst der Trostpreis Europa League in Gefahr, weil der direkte Vergleich mit dem international zweitklassigen Gegner nicht gewonnen werden konnte. Nur dank der um zwei Treffer besseren Tordifferenz rangiert der BVB weiter auf Rang drei. Viel wird deshalb davon abhängen, wie sich der Revierclub (2 Punkte) in den noch ausstehenden Gruppenspielen gegen Tottenham Hotspur (10) und Real Madrid (7) schlägt.

Ähnlich wie Bosz hofft auch Nuri Sahin auf ein befreiendes Erfolgserlebnis schon am Samstag. «Die Partie gegen die Bayern kommt eigentlich perfekt. Da kann man mit einem Spiel sehr viel gerade biegen», sagte der Mittelfeldspieler am Donnerstag nach dem morgendlichen Training. Demonstrativ stärkte er dem zuletzt für seine offensive Ausrichtung kritisierten Trainer den Rücken: «Das Vertrauen der Mannschaft zu ihm hat null komma null gelitten.»

Noch glauben die Dortmunder an eine Rückkehr zur Form der ersten Saisonwochen. Auf die Frage, was ihm für die ungleich schwerere Aufgabe gegen den FC Bayern Hoffnung auf Besserung macht, antwortete US-Nationalspieler Christian Pulisic mit gequältem Lächeln: «Weil es im Moment so schlecht läuft.»

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