Anschläge in Ägypten : Bomben gegen Christen

Bei einem der tödlichsten Anschläge auf die christliche Minderheit Ägyptens sind mindestens 25 Menschen getötet worden.
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Bei einem der tödlichsten Anschläge auf die christliche Minderheit Ägyptens sind mindestens 25 Menschen getötet worden.

Mehr als 30 Tote bei Doppelanschlag auf Kirchen. Verantwortlich ist der IS

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09. April 2017, 20:55 Uhr

Eine Woche vor Ostern haben zwei blutige Anschläge auf Kirchen mit mehr als 30 Toten Ägypten erschüttert. Der schwerste Anschlag ereignete sich beim Gottesdienst am Palmsonntag in der Stadt Tanta im Nildelta als nach Angaben des Staatsfernsehens ein Sprengsatz explodierte. Er sei zuvor in der koptischen Mar Girgis Kirche platziert worden. Mindestens 25 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

Nur wenig später kam es zu einer weiteren Attacke: Nahe der Markuskathedrale in Alexandria sprengte den Angaben nach ein Selbstmordattentäter sich selbst in die Luft und riss elf Menschen mit in den Tod, wie die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete. Die Zahl der Verletzten wird in Tanta auf 71 beziffert, in Alexandria auf 66. Damit hat es in vier Monaten bereits drei tödliche Bombenanschläge auf Kirchen in Ägypten gegeben.

Im Dezember hatte eine Bombe in einer Kirche in Kairo fast 30 Menschen in den Tod gerissen. Dazu bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Im Februar lösten Morde an sieben Kopten eine Massenflucht christlicher Familien aus dem Nordsinai aus. Der Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte den „feigen“ Anschlag auf die „unschuldigen Seelen“ beim Gottesdienst. Der Leiter der wichtigsten sunnitisch-islamischen Institution des Landes erklärte zugleich, dieser Terrorangriff sei ein Verbrechen gegen alle Ägypter. Der Sprecher des ägyptischen Außenministeriums erklärte über Twitter: „Auch wenn wir um den tragischen und herzzerreißenden Verlust ägyptischen Lebens trauern, es bleibt ein gescheiterter Anschlag auf unsere Einheit.“

„Wir trauern mit den Menschen in Ägypten“, erklärte auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin.

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