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Fußball-EM : BKA warnt vor Terrorgefahr bei der EM

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laut BKA gibt es keine aktuelle Terrorwarnung, aber die Bedrohungslage bleibt dennoch hoch

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 22:40 Uhr

Die Terrorgefahr während der Europameisterschaft in Frankreich bleibt unverändert hoch und belastet den Fußball. Zwar gebe es derzeit „keine aktuelle Terrorwarnung“ oder konkrete Hinweise, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit, dennoch wisse die Behörde, „dass regelmäßig Anhänger des islamistischen Terrors zu Anschlägen innerhalb Europas aufgerufen werden“.

Die Euro (10. Juni bis 10. Juli), während der ein Ausnahmezustand gilt, ist dabei offensichtlich ein attraktives Ziel. Das geht aus einem internen BKA-Papier hervor, von dem die Bild-Zeitung berichtet. „Ein erfolgreicher Anschlag auf Mannschaften von ,Kreuzfahrernationen‘, zu denen Deutschland ebenfalls gezählt wird, hätte dabei besondere Symbolwirkung“, zitiert das Blatt aus dem BKA-Dokument mit dem Titel „Gefährdungslage zur UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2016“. Es geht um Teams aus christlich geprägten westlichen Staaten.

Frankreich stehe aufgrund seiner Kolonialgeschichte und seines militärischen Engagements unter anderem im Kampf gegen die Terrormiliz IS besonders im Visier „islamistisch motivierter Täter“. Mögliche weitere Anschlagsziele seien auch „symbolträchtige und ,weiche‘ Ziele mit einer großen medialen Aufmerksamkeit und entsprechend hohen zu erwartenden Opferzahlen“. Als mögliche Täter würden laut des Berichts Terror-Kleinstgruppen und „irrational handelnde, fanatisierte Einzeltäter“ infrage kommen.

Eine Gruppe von Attentätern hatte die Welt während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland in der Nacht des 13. November 2015 geschockt. 130 Menschen wurden brutal ermordet und Hunderte weitere teils schwer verletzt. Wenige Tage darauf wurde die Begegnung zwischen dem Weltmeister und den Niederlanden in Hannover aus Angst vor einem Anschlag abgesagt.

„Natürlich ist die Bedrohungslage durch den IS-Terror weiterhin hoch. Dass sportliche Großereignisse im Blickpunkt stehen, ist nach dem vergangenen November keine Überraschung“, sagte eine BKA-Sprecherin. „Derzeit liegen uns keine Erkenntnisse vor, die auf eine konkrete Gefährdung der Fußball-Europameisterschaft schließen lassen. Es gibt keine aktuelle Terrorwarnung.“

Am Wochenende hatte bereits der Europol-Direktor Rob Wainwright vor möglichen Terroranschlägen bei der EM gewarnt. Gestern bestätigte das französische Parlament die Verlängerung des seit den November-Anschlägen verhängten Ausnahmezustands um zwei weitere Monate bis nach der Tour de France (2. bis 24. Juli). Damit gehören unter anderem Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss, Versammlungsverbote und Ingewahrsamnahmen verdächtiger Personen zum Alltag, es werden Tausende Polizeikräfte im Einsatz sein.

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