Auschwitz macht noch immer sprachlos

Sigmar Gabriel (M.) und Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees (r.), bei der Kranzniederlegung im ehemaligen KZ Auschwitz
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Sigmar Gabriel (M.) und Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees (r.), bei der Kranzniederlegung im ehemaligen KZ Auschwitz

SPD-Chef Sigmar Gabriel zu Besuch im ehemaligen Vernichtungslager – auch ohne offiziellen Gedenktag

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12. Juni 2016, 20:00 Uhr

Wenige Tage vor dem 25. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der SPD-Chef: „Keine Reise in keinen Teil der Erde hat mich so nachhaltig beeindruckt wie meine erste Reise zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz.“ Ins Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Gabriel am Samstag, Auschwitz mache immer noch sprachlos. Begegnungen machten aber auch Hoffnung, aus denen sich die Kraft schöpfen lasse, „nie wieder zuzulassen, was hier geschah“.

Am 17. Juni jährt sich die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages zum 25. Mal. Dann reist Bundespräsident Joachim Gauck nach Warschau und der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow legt in Auschwitz einen Kranz nieder.

Gabriel traf sich mit einer deutsch-polnischen Jugendgruppe, darunter VW-Auszubildenden, die auf dem Gelände der heutigen Gedenkstätte bei Konservierungsarbeiten helfen. Zusammen mit dem Vize-Exekutivpräsidenten des Internationalen Auschwitz-Komitees besuchte Gabriel den sogenannten Todesblock, in dem tausende Häftlinge ermordet worden waren, und das eigentliche Vernichtungslager Birkenau.

Bei einem Gespräch mit den Jugendlichen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte erzählte Gabriel, wie er vor fast 30 Jahren als junger Mann das erste Mal nach Auschwitz kam. Die Konfrontation mit der deutschen Vergangenheit habe ihn tief geprägt – wie auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vater, der die nationalsozialistischen Verbrechen geleugnet habe. „Auschwitz ist eine Mahnung, sich bewusst zu sein, dass wir eine institutionelle Grundlage für Völkerverständigung brauchen, die Völker und Menschen daran hindert, wieder die Dämonen zu entfesseln“, schrieb Gabriel in einem Facebook-Post zur Reise.

Auschwitz-Birkenau war das größte der nationalsozialistischen Todeslager, in dem mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden.

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