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Notunterkunft Tribsees Zu wenig Wohnraum für Flüchtlinge

Von Redaktion svz.de | 27.08.2015, 08:00 Uhr

In der vergangenen Woche wurden rund 30 Asylbewerber vorübergehend in einer leerstehenden Halle untergebracht

Angesichts der stark steigenden Flüchtlingszahlen hat nun auch der Landkreis Vorpommern-Rügen eine Halle als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, wurden in der vergangenen Woche rund 30 Asylbewerber vorübergehend in einer leerstehenden Halle in Tribsees untergebracht.

Die Notunterkunft soll aber noch diese Woche wieder aufgelöst werden. „Es ist ein Provisorium“, so Kreis-Sprecher Olaf Manzke und formuliert danach, was für die meisten Verwaltungen im Land gilt: „Wir putzen Klinken.“ Man suche dringend nach Immobilien für neue Gemeinschaftsunterkünfte, vor allem aber nach leerstehenden Wohnungen, um die Flüchtlinge dezentral unterzubringen.

Auch im Landkreis Rostock hat die Kreisverwaltung vor Kurzem Anzeigen geschaltet und Wohnungseigentümer aufgefordert, geeignete Wohnungen beim Landkreis zu melden. Seit zwei Wochen gibt es in einer leerstehenden Schule in Bad Doberan eine Notunterkunft für vorerst 22 Flüchtlinge. Diese soll nach Angaben von Kreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann auch vorerst bestehenbleiben: „Angesichts der weiter steigenden Zahlen sehen wir hierzu zunächst keine Alternative.“ In Vorpommern-Greifswald will man es so weit nicht kommen lassen. Sozialdezernent Dirk Scheer sagt, man lehne „Verlegenheitslösungen wie Zelte und Turnhallen“ ab. Doch auch seine Verwaltung sucht händeringend nach weiterem Wohnraum. Scheers Kollege Steffen Bockhahn (Linke) in der Rostocker Stadtverwaltung erklärt, dass es mit dem Wohnraum allein nicht getan sei. „Nebenher rechnen wir in Rostock für das kommende Jahr durch die Flüchtlinge mit rund 500 zusätzlichen Schülern. Das entspricht einer mittelgroßen Schule.“ In Schwerin erlebt man Ähnliches mit den Kindergartenplätzen. Gerade für Kinder dieses Alters sei „die Betreuung in einer Kindereinrichtung aber ein wichtiger Schritt zum Erwerb von Sprachkompetenzen“, heißt es aus dem Schweriner Rathaus. „Die größte Herausforderung bleibt aber der Zeitdruck“, so Siegfried Konieczny (Linke), Vize-Landrat im Kreis Mecklenburgische Seenplatte.