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Bereits vier Zivilklagen von Geschädigten eingereicht Volkssolidarität: Warnung für Anleger

Von epd | 05.08.2011, 08:26 Uhr

Verbraucherschützer haben den Anlegern der insolventen Volkssolidarität-Immobilienfonds in MV davon abgeraten, ihre Forderungen an einen Prozesskostenfinanzierer aus der Schweiz abzutreten.

Verbraucherschützer haben den Anlegern der insolventen Volkssolidarität-Immobilienfonds in Mecklenburg-Vorpommern davon abgeraten, ihre Forderungen an einen Schweizer Prozesskostenfinanzierer abzutreten. In den bekannt gewordenen Vertragsunterlagen des Unternehmens werde die eigentlich dringend erforderliche Klage gegen die Volkssolidarität nicht zugesichert, teilte die Neue Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern gestern mit. Dabei gehe es konkret um Angebote einer ADVO Blitz 4 GmbH als Beauftragter der Schweizer Juraswiss AG.

Den Geschädigten werde die Forderung aus der Hand genommen, ohne sofort einen Kaufpreis auszureichen. Mit den so eingesammelten Forderungen könne der Prozesskostenfinanzierer beliebig verfahren. Zudem sei die für das Unternehmen vorgesehene Gewinnbeteiligung von 50 Prozent zuzüglich Prozesskosten "nach Lage der Dinge" viel zu hoch. Die Verbraucherschützer rieten deshalb, auf das Angebot nicht zu reagieren oder schon unterschriebene Verträge zu kündigen. Eine seriöse Prozessfinanzierung sei trotzdem sinnvoll und "sollte in naher Zukunft erfolgreich zustande kommen".

Im Juli war bekannt geworden, dass ein Prozesskostenfinanzierer aus der Schweiz für rund 600 geprellte Fonds-Anleger Schadensersatzansprüche auf dem Klageweg durchsetzen wolle. Die Betroffenen würden dazu Post erhalten.

Für zwei Immobilienfonds der beiden Kreisverbände "Bad Doberan/Rostock-Land" und "Mecklenburg Mitte" des ostdeutschen Wohlfahrtsverbandes war Mitte 2009 der Insolvenzantrag gestellt worden. Der entstandene Schaden soll sich insgesamt auf neun bis zehn Millionen Euro belaufen. Betroffen sind mehr als 1600 Anleger. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen gewerbsmäßigen Kapitalanlagebetrugs, Untreue und Insolvenzverschleppung.

Mit Hilfe der Neuen Verbraucherzentrale wurden bereits vier Zivilklagen von Geschädigten beim Landgericht Rostock eingereicht. Eine weitere Klage wird derzeit vorbereitet. Sie richten sich gegen den Bundes- und Landesverband des Wohlfahrtsverbandes sowie gegen die zwei betroffenen Kreisverbände.