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Chaos im Bahnverkehr : Anschlagserie zum Gipfel?

vom
Aus der Onlineredaktion

13 Brandsätze sorgen für Chaos im Bahnverkehr. Ermittler sehen politische Motive: Vorgeschmack auf G20?

svz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 21:00 Uhr

Nichts geht mehr im Berliner Nahverkehr, auch in Hamburg, Köln, Dortmund und Leipzig herrschen heute Morgen Chaos, bleiben Züge stecken und stauen sich die Autos auf den überlasteten Straßen: 13 Brandanschläge auf Bahnanlagen sind der Grund, gelegt mutmaßlich von Linksextremisten. Kabel wurden angezündet, Feuer in Schächten gelegt. Ein anonymes Bekennerschreiben wird geprüft, der Staatsschutz ermittelt.

Noch ist nichts bestätigt, doch passt das Muster zu früheren Sabotageakten und lässt Sicherheitsexperten befürchten, die Anschläge seien ein Vorgeschmack auf Krawalle und Demonstrationen rund um den G20-Gipfel in Hamburg. „Natürlich ist es auffällig, dass es an so vielen Knotenpunkten der Bahn Anschläge gegeben hat. Dazu kommt die zeitliche Nähe zum bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg“, erklärte Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, gegenüber unserer Redaktion. „Da könnte es Verbindungen geben.“

Mit US-Präsident Trump, Russlands Präsident Putin und dem türkischen Staatschef Erdogan kommen gleich drei besonders polarisierende Politiker zum G20-Gipfel. Schon seit Monaten bereiten sich die G20-Gegner auf Protestaktionen in Hamburg vor. Aber konzertierte Brandanschläge in zahlreichen Bundesländern? Verursacht durch „unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen“, wie ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte.

Auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ tauchte ein Pamphlet mit dem Titel: „Shutdown G20 – Hamburg vom Netz nehmen“ auf. Sicherheitskreise sind alarmiert. Bis zu 100 000 Teilnehmer werden zu mehreren Großdemonstrationen erwartet. Mehr als 15 000 Polizisten aus der gesamten Republik werden im Einsatz sein. „Aber jede Veranstaltung ist verwundbar“, erklärte Malchow gestern. „Man kann nicht alles verhindern.“

 

Kommentar “Vorahnungen“ von Andreas Herholz

Angela Merkel scheint böse Vorahnungen zu haben. Die Kanzlerin mahnt angesichts der Angriffe mit Spreng- und Brandsätzen auf wichtige Verkehrsadern zu friedlichem Protest beim G20-Gipfel, dem Treffen der Mächtigen der Welt Anfang Juli in Hamburg. Natürlich ist Kritik gegen die Konferenz der Staats- und Regierungschefs legitim, müssen Demonstrationen möglich sein. Doch schon im Vorfeld deutet vieles darauf hin, dass gewaltbereite Linksextremisten darauf aus sind, den Gipfel zu stören und dabei Grenzen überschreiten wollen. Man kann nur hoffen, dass das Sicherheitskonzept in Hamburg das halten wird, was die Verantwortlichen versprechen, damit der Gipfel an der Elbe kein Fiasko wird und die friedlichen Demonstranten ihren Protest ungefährdet zum Ausdruck bringen können.


 

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