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Mindestlohn : Alles teurer: Friseur, Taxi, Restaurant

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

IW-Direktor Michael Hüther über die Folgen des Mindestlohns und die Gefährdung von Jobs

Mit Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sprach Rasmus Buchsteiner über den Mindestlohn.
Der einheitliche flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro wird für die Verbraucher nicht zum Nulltarif zu haben sein. Worauf müssen sich Deutschlands Verbraucher einstellen?
Hüther: Bei einfachen Dienstleistungen wird es sicherlich Preissteigerungen geben. Die Frage ist, ob die Unternehmen höhere Preise bei den Verbrauchern auch durchsetzen können. Haareschneiden dürfte teurer werden. Das Friseurhandwerk, für das bereits ein Branchen-Mindestlohn vereinbart worden ist, hat gerade höhere Preise angekündigt. Darüber hinaus ist auch im Taxigewerbe und in der Gastronomie mit einem Preissprung nach oben zu rechnen.
Wie viele Jobs wird der Mindestlohn kosten?
In Ostdeutschland dürfte 2015 jedes fünfte Arbeitsverhältnis ein Job mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn sein. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass rund eine halbe Million Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Genau lässt sich das aber nicht vorhersagen. Fest steht aber, dass es für Jugendliche mit schwieriger Ausbildungsbiografie künftig wohl keine berufsvorbereitenden Maßnahmen mehr geben wird. Diese Angebote gelten schließlich nicht als Ausbildung und fallen deshalb unter den Mindestlohn.
Was spricht für Mindestlohn-Ausnahmen?
Je mehr Ausnahmen, desto weniger Probleme wird der Mindestlohn auf dem Arbeitsmarkt verursachen. Vor allem stellt sich die Frage der Altersgrenze. Es wäre gut, wenn der Mindestlohn erst ab 21 Jahren und nicht schon ab 18 gelten würde. Sonst nehmen wir in Kauf, dass Jugendliche durch einen einfachen Job mit Mindestlohn von einer betrieblichen Ausbildung abgehalten werden. Außerdem muss gewährleistet werden, dass die neuen gesetzlichen Aufzeichnungspflichten für den Mindestlohn nicht die vorhandene Flexibilität bei den Arbeitszeitkonten zerstört.

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