„Zentrum für politische Schönheit“ : Aktivisten bauen Holocaust-Mahnmal neben Björn Höckes Haus nach

In Anlehnung an Höckes „Dresdner Rede“, in der er das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnet hatte, habe man 24 Betonstelen in der Nähe von Höckes Haus aufgestellt, teilten die Politkunst-Aktivisten Morius Enden und Jenni Moli des Künstlerkollektivs Zentrum für politische Schönheit mit.

In Anlehnung an Höckes „Dresdner Rede“, in der er das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnet hatte, habe man 24 Betonstelen in der Nähe von Höckes Haus aufgestellt, teilten die Politkunst-Aktivisten Morius Enden und Jenni Moli des Künstlerkollektivs Zentrum für politische Schönheit mit.

Zahlreiche Betonstelen stehen jetzt auf dem Nachbargrundstück des Thüringer AfD-Chefs.

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22. November 2017, 15:31 Uhr

Bornhagen | Aus Protest gegen eine umstrittene Rede Höckes in Dresden über den Massenmord an den europäischen Juden stellten Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ (ZPS) am Mittwochmorgen zahlreiche Betonstelen in Sichtweite von Höckes Haus im thüringischen Bornhagen (Eichsfeld) auf. „Wir wollen und können die grotesken Forderungen zur Geschichtspolitik nicht auf sich beruhen lassen“, erklärte der künstlerische Leiter Philipp Ruch.

Höcke gilt als Rechtsaußen der AfD und hatte Anfang des Jahres in in Dresden unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Das „Denkmal der Schande“, ein verkleinerter Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals, ist am Mittwoch in Bornhagen im Eichsfeld (Thüringen) in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Politiker Höcke zu sehen.
dpa

Das „Denkmal der Schande“, ein verkleinerter Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals, ist seit Mittwoch in Bornhagen im Eichsfeld (Thüringen) in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Politiker Höcke zu sehen.

Das ZPS forderte Höcke dazu auf, vor dem Denkmal in Berlin oder dem Nachbau in Bornhagen auf die Knie zu fallen und um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs zu bitten. Höcke selbst oder sein Sprecher waren für eine Reaktion zunächst nicht erreichbar. Die Mahnmal-Stiftung in Berlin wollte sich zu der Aktion auf Anfrage nicht äußern.

Der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke. /Archiv
Daniel Kopatsch
Der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke. /Archiv
 

Das Künstlerkolletiv sieht sich selbst als „Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit“. Grundüberzeugung sei, „dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss“.

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