Attentat : „Akt des Terrors und des Hasses“

Überall auf der Welt, hier auf dem Taylor Square im australischen Sydney, gedachten die Menschen der Opfer von Orlando.
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Überall auf der Welt, hier auf dem Taylor Square im australischen Sydney, gedachten die Menschen der Opfer von Orlando.

Nach dem Massaker von Orlando mit 49 Toten: Wie tief waren die Verbindungen des Täters zum „Islamischen Staat“?

svz.de von
14. Juni 2016, 07:45 Uhr

Hatte Omar Mateen Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS)? Wenn ja, wie tief? War er ein Sympathisant, ein Verwirrter, psychisch krank? War sein Hass auf Homosexuelle auch politisch oder religiös motiviert, als er 49 Menschen das Leben nahm? War er gar ein „einsamer Wolf“, der sich über Internetpropaganda radikalisiert und zur Tat schreitet, ohne direkte Unterstützung einer Organisation zu haben?

Am Tag nach dem schlimmsten Angriff eines Einzeltäters in den USA seit 9/11 sind all diese Fragen unbeantwortet. Fest steht nur, dass aus einem weithin unauffälligen US-Bürger ein Massenmörder wurde.

Die Polizei bestätigte gestern, dass der Angreifer sich während seiner Bluttat in einem Anruf bei der Polizei zum IS bekannt habe. Es gibt bisher keine bekannten Kontakte des Täters zum internationalen Terrorismus.

„Gott hat Omar Mateen geholfen“, einen Angriff gegen Kreuzfahrer in einem Nachtclub auszuführen, berichtete der IS-Radiosender Al-Bajan. Außerdem behauptete eine IS-nahe Nachrichtenagentur, ein IS-Kämpfer habe den Angriff ausgeführt.

Mateen (29), ein US-Bürger mit afghanischen Eltern, hatte in der Nacht zum Sonntag in einem Schwulenclub in Orlando (Florida) 49 Menschen getötet und 53 verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Al-Bajan gilt als offizielles Verlautbarungsorgan der Dschihadisten in ihrem Herrschaftsbereich in Syrien und dem Irak. Es wurde nicht gesagt, dass die Tat von der Führungsebene des IS geplant wurde.

Die Tat wurde binnen Stunden Gegenstand erbitterten Streits im US-Wahlkampf. Sie wird die schon jetzt heftige Auseinandersetzung der politischen Lager weiter massiv verschärfen. Während der laufenden Ermittlungen zu den Motiven des Täters und einer möglichen IS-Verbindung preschte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump vor: Er forderte US-Präsident Obama zum Rücktritt auf, weil dieser in seiner Stellungnahme nicht die Worte „radikaler Islamismus“ benutzte.

Das Massaker heizte auch die Debatte über schärfere Waffengesetze an. Mateen, der vor einigen Jahren mehrfach vom FBI überprüft worden war, hatte kurz vor der Tat legal ein Gewehr und eine Pistole erworben. Er arbeitete für eine Sicherheitsfirma in Florida. Seine Ex-Frau sagte, ihr Mann sei gewalttätig und psychisch labil gewesen.

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton forderte erneut ein strengeres Waffengesetz.

US-Präsident Barack Obama sprach von einem „Akt des Terrors und des Hasses“ und der schlimmsten Bluttat eines Todesschützen in der US-Geschichte.

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