zur Navigation springen

Türkischstämmiger Autor : Akhanli steht in Deutschland jetzt unter Polizeischutz

vom

Der türkischstämmige Autor Dogan Akhanli ist zurück in Deutschland - aber so richtig freuen kann er sich darüber nicht. Denn unmittelbar nach seinem Eintreffen aus Spanien wurde er bedroht. Die Polizei ermittelt.

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 15:57 Uhr

Der nach zweimonatigem Zwangsaufenthalt aus Spanien zurückgekehrte Autor Dogan Akhanli steht jetzt in Deutschland unter Polizeischutz.

«Wir werden für seine Sicherheit sorgen», versprach der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag. Der deutsche Schriftsteller mit türkischen Wurzeln war am Donnerstagabend bei seiner Rückkehr auf dem Düsseldorfer Flughafen von einem Mann auf Türkisch als «Vaterlandsverräter» beschimpft worden.

«Auch wenn es sich offenbar nur um einen Einzelnen handelte: Dass Herr Akhanli bei seiner Rückkehr gedroht wurde, ist ungeheuerlich», kritisierte Reul. «Die Polizei ermittelt deshalb bereits.»

Akhanli war am 19. August während eines Urlaubs in Andalusien festgenommen worden - aufgrund einer sogenannten Red Notice bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol. Dahinter steht die Türkei. Einen Tag später kam der Autor mit Wahlheimat Köln unter Auflagen frei, durfte Spanien aber zunächst nicht verlassen. Am Freitag vergangener Woche beschloss die spanische Regierung, ihn nicht an die Türkei auszuliefern.

Akhanlis Anwalt Ilias Uyar warf den deutschen Behörden am Freitag in Köln vor, den Autor nicht rechtzeitig über die Auslieferungsbemühungen der Türkei informiert zu haben. «Das ist ein großes Versäumnis», kritisierte er. Es sei verwunderlich, dass EU-Staaten noch immer juristisch mit der Türkei zusammenarbeiteten.

«Die Türkei ist kein Rechtsstaat. Es gibt keine unabhängige Justiz in der Türkei», betonte Uyar. Richter und Staatsanwälte schauten auf das, was Präsident Recep Tayyip Erdogan von ihnen erwarte. «Die europäischen Staaten müssen die Haftbefehle aussetzen oder nicht vollstrecken.»

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen