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Politik

22. November 2017 | 06:55 Uhr

Ab in die Mitte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 00:34 Uhr

Es hatte etwas von Versöhnung: Gerhard Schröder redet wieder auf einem SPD-Parteitag. Der Altkanzler, lange Zeit verbittert wegen der nicht enden wollenden Genossen-Kritik an seiner Agenda-Politik, streichelt plötzlich die Seele der Sozialdemokraten, stellt die SPD mit seiner zentralen Botschaft aber listig auf die Probe: Von Helmut Schmidt lernen, heißt siegen lernen, so Schröders Credo, ab in die Mitte und dort vor allem Wirtschaftskompetenz zeigen - für nicht wenige Genossen der Parteilinken ist bei aller Ehrfurcht vor Helmut Schmidt schon der Gedanke daran gewöhnungsbedürftig. Genau aber für diesen Kurs steht Sigmar Gabriel, der Kanzlerkandidat in spe, der heute mit einem starken Ergebnis als Parteichef wiedergewählt werden will. Mag die SPD in der Großen Koalition mit Mindestlohn und Rente mit 63 Projekte durchgesetzt haben, die besonders der Parteilinken gefallen: Genutzt hat es ihr wenig. In den Umfragen stagniert sie weiter bei 25 Prozent. Die Antwort darauf kann nur sein, ein neues politisches Angebot für die Mittelschicht zu formulieren, für Familien, für das Gros der Steuerzahler, für Wirtschaft und Wachstum. Beim alles überschattenden Thema - der Flüchtlingskrise - fährt die Partei auf Sicht, ist sie ganz nahe bei Angela Merkel. Aber Sigmar Gabriel spürt stärker denn je den Druck der eigenen Kommunalpolitiker. Und doch setzt die SPD bei hier vorerst weiter auf das Prinzip Hoffnung.

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