Schulzeugnis von Greta Thunberg : Bestnoten für prominenteste Schulschwänzerin der Welt

Greta Thunberg führt ihren Schulstreik fürs Klima auch in den Sommerferien fort.
Greta Thunberg führt ihren Schulstreik fürs Klima auch in den Sommerferien fort.

Seit Beginn des Schuljahres fehlte Thunberg mindestens jeden Freitag im Unterricht – und sammelte trotzdem Bestnoten.

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18. Juni 2019, 10:27 Uhr

Stockholm | Das Abschlusszeugnis der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg lässt ihre Kritiker alt aussehen. Immer wieder erhoben sie Vorwürfe, durch die Proteste von Fridays-for-Future vernachlässige die 16-Jährige die Schule. Doch Thunberg hat auch trotz zahlreicher Fehltage allen Grund, stolz auf ihr Schulzeugnis zu sein.

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Durch ihren Schulstreik fürs Klima verzeichnete die 16-Jähirge vor allem zu Beginn des Schuljahres zahlreiche Fehlstunden und fehlte dann immer freitags. Auch ihre Teilnahme an großen Klimaschutzdemonstrationen sowie Treffen mit Entscheidungsträgern und Meinungsmachern ließen den Berg an Fehltagen weiter anwachsen. Auswirkungen auf ihre schulische Leistungen hatte das aber offenbar nicht.

Zwölf Mal die Bestnote

Auf ihrem Zeugnis taucht in zwölf Fächern die Bestnote A auf, in vier erhielt Thunberg laut der Deutschen Presse-Agentur die Note B. Zufrieden ist die Klimaaktivistin damit allerdings nicht – Thunberg hatte sich nach eigener Aussage noch mehr erhofft, dies sei durch ihr Engagement fürs Klima aber nicht möglich gewesen.

"Wenn ich nicht gestreikt hätte und so viel gereist wäre, hätte ich in allen Fächern ein A haben können", sagte sie der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter". "Aber es hat sich gelohnt."

Mit dem Schiff nach Übersee?

Die 16-Jährige ist nun nicht mehr schulpflichtig und will sich nach dem Abschluss der neunten Klasse ganz auf ihren Kampf gegen die Klimakrise konzentrieren, wie die Deutsche Presse-Agentur aus ihrem Umfeld erfuhr. Im September wolle sie am Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York teilnehmen, im Dezember dann an der Weltklimakonferenz in Santiago de Chile.

Da Thunberg aus Klimaschutzgründen nicht fliegt, arbeitet ihre Familie nach dpa-Informationen an Alternativen, wie sie nach Übersee kommen kann. Im Gespräch ist, den Atlantik per Schiff zu überqueren.

Ein Jahr später aufs Gymnasium

Um ihre Schulzeit mache sie sich keine Sorgen, sagte Thunberg. Sie werde einfach ein Jahr später aufs Gymnasium wechseln. Normalerweise stünde für die Schwedin im August der Wechsel auf eine weiterführende Schule an.

Die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter", die zuerst über Thunbergs Pläne berichtet hatte, zitierte die Aktivistin mit den Worten, der Entschluss sei ihr zwar schwergefallen, es sei aber klar, dass im Kampf für das Klima jetzt etwas passieren müsse. "Im Jahr 2020 müssen wir die Emissionskurve steil nach unten gewendet haben, wenn wir eine Chance haben wollen, unter 1,5 oder 2 Grad Erwärmung zu bleiben."

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Klima-Streik auch in den Sommerferien

Thunberg will auch in den Sommerferien weiter für eine bessere Klimapolitik streiken. Am Freitag vergangener Woche saß die 16-Jährige wieder vor dem Stockholmer Parlament, um gegen die internationale Klimapolitik zu protestieren. "Schulstreikwoche 43. Und obwohl jetzt die Sommerferien kommen und die Schule vorbei ist, machen wir weiter", twitterte sie.

Thunbergs wöchentlicher Protest begann im August 2018 und entwickelte sich seither zu einer globalen Bewegung, die mit dem Slogan "Fridays for Future" Maßnahmen gegen den Klimawandel fordert. Einem globalen Klimastreik am 24. Mai anlässlich der Europawahl schlossen sich Schüler in 131 Ländern an.

Mit Material von dpa

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