Präsident Schuster: Betrachtung wie bei Neonazis : 8. Mai: Zentralrat der Juden wirft Gauland Geschichtsverzerrung vor

'Kein Glückstag': AfD-Politiker Gauland über den 8. Mai.
"Kein Glückstag": AfD-Politiker Gauland über den 8. Mai.

Kein Glückstag? Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat scharf auf eine Äußerung des AfD-Fraktions- und Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland reagiert, der den 8. Mai als Tag der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg als ungeeignet für einen Feiertag bezeichnet hatte.

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06. Mai 2020, 12:29 Uhr

Osnabrück | Zentralratspräsident Josef Schuster sagte unserer Redaktion, „mit der Betonung, der 8. Mai sei auch ein Tag der absoluten Niederlage für Deutschland und großer Gebietsverluste gewesen, zeigt Alexander Gauland, wes Geistes Kind er ist“.

Diese Betrachtung des 8. Mai 1945 finde man häufig unter Neonazis. „Damit sollen die Deutschen vor allem als Opfer dargestellt werden. Ich empfinde das als geschichtsverzerrende Relativierung der NS-Verbrechen und verantwortungslos“, erklärte Schuster.

Gauland hatte im "Redaktionsnetzwerk Deutschland" erklärt: „Der 8. Mai hat nicht das Potenzial zu einem Feiertag, weil er ein ambivalenter Tag ist. Für die KZ-Insassen ist er ein Tag der Befreiung gewesen. Aber es war auch ein Tag der absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit.“ Der 8. Mai lasse sich nicht „zum Glückstag für Deutschland machen“.

An diesem Tag vor 75 Jahren hatte das Deutsche Reich bedingungslos kapituliert. In Europa endete damit der Zweite Weltkrieg.

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