Berlins AfD-Chef Pazderski : Wohnungsnot, fehlende Kita-Plätze, Angst: "Migranten sind Schuld"

Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin, attackiert auf dem Landesparteitag die Migranten in Deutschland vor.
Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin, attackiert auf dem Landesparteitag die Migranten in Deutschland vor.

Wohnungen sind knapp in Deutschland. AfD-Politiker Pazderski hat dafür die Schuldigen ausgemacht: die Migranten.

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04. Mai 2019, 19:33 Uhr

Berlin | Berlins AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski sieht in der Zuwanderung einen Hauptgrund für Probleme wie Wohnungsmangel. Aber damit nicht genug: Auch an fehlenden Kita-Plätze oder "Verwahrlosung" seien Migranten Schuld.

Die Migrationswelle der vergangenen Jahre ist zu einem Gutteil verantwortlich für das, was die Berliner Bürger in ihrem Alltag mit einer wachsenden Stadt verbinden. Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin

Auf dem AfD-Landesparteitag zählte er dazu unter anderem steigende Mieten und Wohnungsnot, "übervolle" Kindergärten, Busse und Bahnen oder Wartezimmer beim Arzt und der Notaufnahme.

Die Äußerungen des Politikers passen ins Schema der AfD: Populismus pur – so wie es der AfD-Chef Alexander Gauland sich wünscht. "Die AfD braucht diese populistischen Inhalte", sagte er schon vor 1,5 Jahren. Und die Partei scheint damit den Zeitgeist in Deutschland zu bedienen, denn immer mehr Deutsche sind für populistische Parolen empfänglich.

Viel Beifall auf Landesparteitag

Auch "Angst auf öffentlichen Plätzen", Messerstechereien oder "Verwahrlosung des öffentlichen Raums" gehen nach Meinung Pazderskis vor allem auf Flüchtlinge und Migranten zurück. "Für Berlins Bevölkerungswachstum sorgen immer mehr Migranten ohne Perspektive aus der dritten Welt", sagte der AfD-Bundesvize in seiner mit viel Beifall bedachten Rede. (Weiterlesen: Bremer AfD-Politikerin beim Plakatieren angegriffen)

Vor dem Veranstaltungsort demonstrierten Dutzende gegen die AfD, die seit 2016 als fünftstärkste von sechs Fraktionen im Abgeordnetenhaus vertreten ist. Sie warfen ihr vor, Rassismus und Fremdenhass zu schüren.

"Von uns verlangen sie Versorgung und Unterkunft..."

"Sie kommen aus den Armenhäusern und den auf vielen Gebieten zurückgebliebenen Gesellschaften im Nahen und im Mittleren Osten und aus Afrika", so Pazderski zum Thema Migration weiter. "Von uns verlangen sie Versorgung und Unterkunft, ohne selbst viel bieten zu können und zu unserem Wohlstand beizutragen."

Aktuell hat laut Statistischem Landesamt ein Fünftel (20 Prozent) der 3,75 Millionen Berliner keine deutsche Staatsbürgerschaft, vor zehn Jahren waren es 14 Prozent. Die Zahl der neuen Asylbewerber ist nach dem Rekordjahr 2015, damals kamen 55 000 nach Berlin, stark rückläufig.

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