Auf den Spuren der Ahnen : US-Präsident Trump will Heimat seiner Vorfahren in Deutschland besuchen

Besucht US-Präsident Trump bald Deutschland? Einst steht fest: Er würde gerne.
Besucht US-Präsident Trump bald Deutschland? Einst steht fest: Er würde gerne.

Donald Trump hat deutsche Vorfahren. Geht es nach dem US-Präsidenten, will er die Heimat seiner Ahnen bald besuchen.

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22. Dezember 2018, 18:16 Uhr

Berlin | US-Präsident Donald Trump will offensichtlich nach Deutschland kommen und den Heimatort seiner Vorfahren in Rheinland-Pfalz besuchen. US-Botschafter Richard Grenell hat mit ihm bereits darüber gesprochen. "Ich weiß nicht wann, aber er hat mir gesagt, dass er kommen und den Heimatort seiner Familie sehen will", sagte Grenell, der ein Vertrauter Trumps ist und als wichtigster Botschafter des Präsidenten in Europa gilt.

Trumps Großeltern väterlicherseits stammten aus Kallstadt an der Weinstraße. Das Dorf mit seinen etwa 1200 Einwohnern zählt zu den bekanntesten Weinorten in der Pfalz. Trump war noch nie dort.

Erst einmal als Präsident in Deutschland

Der US-Präsident hat während seiner knapp zweijährigen Amtszeit erst einmal Deutschland besucht: Im Juli 2017 nahm er am G-20-Gipfel in Hamburg teil. Zu einem rein bilateralen Besuch war er noch nie in Deutschland, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aber schon zwei Mal im Weißen Haus in Washington empfangen.

Beim letzten Mal brachte Merkel ihm einen Kupferstich von 1705 mit einer Karte der Region Pfalz mit, auf der Kallstadt zu sehen ist. Das Weiße Haus nannte den Präsidenten damals in einer Mitteilung einen "stolzen Enkel deutscher Einwanderer". Das ließ aufhorchen.

Schon kurz vor der Merkel-Reise nach Washington gab es bereits erste Anzeichen, dass Trump nach Kallstadt kommen könnte. Im Januar tauchte auf einmal der Frankfurter US-Generalkonsul James W. Herman in Kallstadt auf – und wurde dort als eine Art Vorauskommando wahrgenommen. "Ich könnte mir keinen besseren Ort für einen Besuch vorstellen", sagte er, beteuerte aber auch, dass es noch keine konkreten Pläne gebe.

Ramstein nur 60 Kilometer entfernt

Verkehrstechnisch dürfte Kallstadt den Reiseplanern aus dem Weißen Haus keine Probleme bereiten. Die Air Force One könnte auf der riesigen US-Luftwaffenbasis Ramstein landen, die nur 60 Kilometer entfernt ist. Von dort aus sind es nur wenige Minuten mit dem Hubschrauber in den Winzerort.

Aber was halten die Kallstädter vom Heimweh des US-Präsidenten? Wie fänden sie es, wenn der wohl mächtigste Mann der Welt vorbeikäme? Er sei sicher, dass es dem Ort trotz des zu erwartenden Rummels gelingen würde, sich als liebenswertes Winzerdorf zu zeigen, gibt sich Ortsbürgermeister Thomas Jaworek (CDU) staatsmännisch. Er fügt aber hinzu: "Ich kann verstehen, dass die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für einen solchen Besuch viele Bürger abschrecken. Vermutlich reicht meine Vorstellungskraft nicht aus, mir auszumalen, bis zu welchem Detail diese Vorbereitungen laufen werden und welcher Aufwand für Kallstadt damit verbunden sein wird."

"Wir sind eine gastfreundliche Gemeinde"

Der CDU-Ortsvorsitzende von Kallstadt, Frank Haferland, sagt, der Ort blicke einem möglichen Trump-Besuch "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" entgegen. "Wir sind eine gastfreundliche Gemeinde und würden einen würdigen Rahmen schaffen", sagt er. Auf der anderen Seite sei die logistische Herausforderung groß.

Trumps Großvater wuchs in einem unscheinbaren weißen Eckhaus auf, bevor er 1885 in die USA ging. Aus Kallstadt stammt auch der Vater des Ketchup-Herstellers Henry John Heinz. In der Salvatorkirche steht ein alter Kelch, aus dem Trumps Großeltern bei ihrer Konfirmation getrunken haben sollen. Die "Trump-Organization", das milliardenschwere Unternehmen des US-Präsidenten, hat vor einigen Jahren die Außenrestaurierung des protestantischen Gotteshauses mit 5000 US-Dollar unterstützt. Die Nachfahren des Ketchup-Unternehmers Heinz waren da etwas großzügiger: Sie spendeten 50.000 Euro für die Orgel.

Öffentlich hat Trump bisher kein überbordendes Interesse an seinen deutschen Wurzeln gezeigt. Kurz vor seinem Amtsantritt sorgte er im Januar 2017 in einem Interview der "Bild"-Zeitung mit einer Aussage über seine Herkunft sogar für Stirnrunzeln: "Bad Dürkheim, ja? Das ist echtes Deutschland, nicht wahr?" Das war geografisch zwar nicht ganz zielgenau, aber immerhin auch nicht falsch: Kallstadt liegt im Kreis Bad Dürkheim.

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