Peter Wesjohann für Pflicht-Kennzeichnung : Wiesenhof-Chef zu Tierwohl: Besser gar kein Label als ein freiwilliges

So sieht der Entwurf für das staatliche Tierwohllabel aus. Foto: dpa/Ralf Hirschberger
So sieht der Entwurf für das staatliche Tierwohllabel aus. Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Beim Tierwohllabel gibt es nach langem politischen Streit wohl offenbar eine Einigung. Doch die Wirtschaft kann sich nach wie vor nicht mit der freiwilligen Lösung der Bundesregierung anfreunden. Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann hat einen anderen Vorschlag.

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04. September 2019, 04:00 Uhr

Osnabrück | Peter Wesjohann, Chef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, hat die von der Bundesregierung geplante freiwillige Tierwohlkennzeichnung auf Fleischverpackungen kritisiert. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Marktführer im Bereich Hähnchenfleisch: „Mein Motto lautet: Besser gar kein Label als ein freiwilliges. Die derzeit angestrebte Lösung schwächt eher den Tierhaltungsstandort Deutschland und verdrängt Produktion ins Ausland.“

"An Initiative Tierwohl orientieren"

Wesjohann sprach sich stattdessen für ein Modell aus, das sich an der privatwirtschaftlichen „Initiative Tierwohl“ orientiert – „nur eben unter Regie des Staates“. Bei der Initiative zahlt der Handel derzeit in einen Fonds ein, aus dem Landwirten Mehrkosten für höhere Haltungsstandards finanziert werden. Neben der Haltung müsse auch die Herkunft verbindlich gekennzeichnet werden, so Wesjohann (Foto).

Foto: dpa/Friso Gentsch
Friso Gentsch
Foto: dpa/Friso Gentsch


Das staatliche Tierwohllabel soll am Mittwoch im Bundeskabinett behandelt werden. Union und SPD haben ihren Streit um die freiwillige Kennzeichnung offenbar beigelegt. Teil der Einigung soll ein Insektenschutzprogramm von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie eine Umschichtung bei den milliardenschweren EU-Agrarsubventionen sein.

Höhere Umschichtung geplant

Wie unsere Redaktion aus Regierungskreisen erfuhr, soll im Jahr 2020 ein höherer zweistelliger Millionenbetrag zusätzlich für Umweltmaßnahmen zur Verfügung stehen. Dafür werden sechs Prozent der Direktzahlungen aus Brüssel, die Bauern vorrangig für die Fläche erhalten, die sie bewirtschaften, in die zweite Säule der Agrarsubventionen umgeleitet. Aus dieser werden wiederum Umweltmaßnahmen finanziert. Bislang werden 4,5 Prozent der Mittel umgeschichtet, maximal möglich sind 15 Prozent.

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