Weltmeere immer wärmer : Wegen Klimawandel: Meeresspiegel könnte um 30 Zentimeter ansteigen

Die Weltmeere heizen sich neuen Studien zufolge immer schneller auf.
Die Weltmeere heizen sich neuen Studien zufolge immer schneller auf.

Von wegen Entspannung: Die Erderwärmung macht keine Pause. Die Weltmeere heizen sich immer mehr auf.

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11. Januar 2019, 15:09 Uhr

Tampa | Die Weltmeere heizen sich neuen Studien zufolge immer schneller auf. Das geht aus einem Bericht der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in der Fachzeitschrift "Science" hervor. Die neuesten Erkenntnisse widerlegen demnach vorige Berichte, wonach die Erderwärmung in den vergangenen Jahren ausgesetzt habe.

"Die Erwärmung der Ozeane ist ein sehr wichtiger Indikator des Klimawandels und wir haben solide Beweise, dass sie sich schneller erwärmen als wir dachten." Mitverfasser Zeke Hausfather von der Universität Kalifornien

Meeresüberwachungsflotte liefert Daten

Der Bericht stützt sich auf vier Studien, die zwischen 2014 und 2017 veröffentlicht wurden. Ein wichtiger Faktor für die darin enthaltenen genaueren Zahlen ist eine Meeresüberwachungsflotte mit Namen Argo, der fast 4000 Treibroboter angehören. Diese treiben laut Studie durch die Ozeane und tauchen alle paar Tage in eine Tiefe von 2000 Metern, um Daten wie Temperatur und pH-Wert zu messen. Die neue Analyse zeigt, dass die Erwärmung der Ozeane den Messdaten der steigenden Lufttemperaturen entspricht. Sollte der Ausstoß an Treibhausgasen nicht gesenkt werden, könnte die Temperatur bis zu einer Meerestiefe von 2000 Metern bis Ende des Jahrhunderts um 0,78 Grad Celsius steigen, heißt es in der Studie. Weil das Meereswasser sich dadurch ausdehnen würde, zöge das einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 30 Zentimeter nach sich.

"Während 2018 das viertwärmste Jahr seit Messung auf der Erdoberfläche sein wird, wird es mit Sicherheit das wärmste in den Ozeanen – genauso wie bereits 2017 und 2016", sagte Hausfather. Würden die Ozeane nicht so viel Wärme absorbieren, würde sich die Erdoberfläche "viel schneller erwärmen", sagte Malin Pinsky, Dozent für Umweltwissenschaften an der Rutgers Universität der "New York Times". "Tatsächlich bewahren uns die Ozeane jetzt vor einer massiven Erwärmung."

Kritik aus Politik

Die Grünen-Politikerin Lisa Badum sprach angesichts der Studie von einem "Warnschuss". "Unter zwei Grad Erderhitzung zu bleiben, muss endlich vorrangiges Ziel von nationaler und internationaler Politik sein", forderte die klimapolitische Sprecherin. Sie kritisierte die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Polen im Dezember als "viel zu unkonkret". Die Bundesregierung müsse endlich "die Energieeffizienz verbessern und in eine wirksame Bepreisung von Treibhausgasen einsteigen" sowie aus der Braunkohle aussteigen.

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