Landtagswahl Bayern 2018 : Wahlsystem in Bayern: So funktioniert die Landtagswahl 2018

Landtagswahl Bayern 2018: Hier gibt es Fragen und Antworten zum Wahlsystem in Bayern. Foto: dpa/Arne Dedert
Landtagswahl Bayern 2018: Hier gibt es Fragen und Antworten zum Wahlsystem in Bayern. Foto: dpa/Arne Dedert

Am 14. Oktober 2018 findet in Bayern die Landtagswahl 2018 statt. Hier gibt es Fragen und Antworten zum Wahlsystem in Bayern.

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14. Oktober 2018, 11:19 Uhr

Hamburg | In Bayern wird ein neuer Landtag gewählt: Am Sonntag, 14. Oktober 2018, sind die bayerischen Wahlberechtigten zwischen 8 und 18 Uhr dazu aufgerufen, über die Zusammensetzung ihres Landtags für die nächsten fünf Jahre zu bestimmen. Wie funktioniert das bayerische Wahlsystem? Hier gibt es alle Fragen und Antworten vor der Landtagswahl Bayern 2018.

Wer darf bei der Landtagswahl Bayern 2018 wählen?

Wahlberechtigt ist in Bayern, wer zum Zeitpunkt der Landtagswahl 2018 einen deutschen Pass besitzt, mindestens 18 Jahre alt ist und seit mehr als drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in Bayern hat. Dies gilt bei der Landtagswahl Bayern 2018 für rund 9,5 Millionen Menschen – so viele sind am 14. Oktober wahlberechtigt. Etwa 600.000 Einwohner gelten dabei als Erstwähler. (Hier finden Sie die aktuelle Prognose zur Landtagswahl Bayern 2018.)

Wie wird bei der Landtagswahl in Bayern gewählt?

Die Wähler entscheiden bei der Landtagswahl Bayern mit zwei Stimmen, der Erst- und Zweitstimme, welche Abgeordneten für die kommenden fünf Jahre in den bayerischen Landtag einziehen. Insgesamt sind mindestens 180 Sitze im Landtag zu vergeben. Die Erststimme und Zweitstimme haben dabei jeweils eine besondere Bedeutung.

Was wird mit der Erststimme bei der Landtagswahl Bayern 2018 gewählt?

Mit der Erststimme wählen die Wähler den Kandidaten, der den eigenen Stimmkreis im Landkreis vertreten soll. Hierbei handelt es sich also um die Wahl eines Direkt- bzw. Stimmkreiskandidaten. Der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem Stimmkreis, zieht in den Landtag ein – vorausgesetzt, seine Partei erfüllt die Fünf-Prozent-Hürde. Insgesamt gibt es in Bayern 91 Stimmkreise, die jeweils einen eigenen Abgeordneten in den Landtag wählen. (Lesen Sie hier: Wann kommen nach der Landtagswahl Bayern die erste Hochrechnung und das Ergebnis?)

Welche besondere Bedeutung hat die Zweitstimme bei der Bayern-Wahl 2018?

Die nach der Erststimme noch zu vergebenen 89 Plätze im bayerischen Landtag werden über die Zweitstimme aus offenen Listen der sieben Wahlkreise bei der Landtagswahl in Bayern verteilt. Für die sieben Wahlkreise stellen die Parteien eine Liste mit ihren Kandidaten auf, die keine feste Reihenfolge haben. Mit ihrer Zweitstimme entscheiden die Wähler darüber, welche Kandidaten ihres Wahlkreises am Ende oben auf der Liste stehen und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in den Landtag Bayerns einziehen.

Für die Verteilung der restlichen Sitze werden in Bayern nämlich, anders als bei anderen Landtagswahlen, die Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt. Aus den Gesamtstimmen ergibt sich dann die Sitzverteilung. Es ist daher auch möglich, dass ein vermeintlicher Spitzenkandidat einer Partei auf der Liste nach unten rutscht und am Ende nicht in den bayerischen Landtag einzieht. (Lesen Sie hier: Zehn kuriose Fakten zur Landtagswahl in Bayern.)

Welche Wahlkreise und Stimmkreise gibt es bei der Landtagswahl Bayern 2018?

Der Freistaat Bayern ist in sieben Wahlkreise aufgeteilt, die identisch mit den sieben Regierungsbezirken sind. Dabei handelt es sich um Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Schwaben, Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken. Die Wahlkreise haben jeweils eine eigene offene Liste und sind daher für die Zweitstimme von Bedeutung anders als bei der Bundestagswahl gibt es nämlich keine einheitliche Landesliste der Kandidaten. Zudem sind die Wahlkreise nochmal in 91 Stimmkreise unterteilt. Hierbei bildet zumeist jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt einen Stimmkreis.

Was bedeutet die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bayern-Wahl 2018?

Wie auch bei der Bundestagswahl ziehen in den bayerischen Landtag nur die Parteien ein, die bei der Landtagswahl 2018 mindestens fünf Prozent der Stimmen erhalten haben. Gewinnt ein Kandidat, dessen Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft hat, über die Erststimme in einem Stimmkreis, erhält dieser kein Mandat, sondern der Zweitplatzierte. (Lesen Sie hier: Diese Koalitionen könnten nach der Bayern-Wahl 2018 möglich sein.)

Landtagswahl 2018 in Bayern: Was sind Überhang- und Ausgleichsmandate?

Grundsätzlich besteht der bayerische Landtag aus 180 Sitzen. Die Anzahl der Sitze kann sich aber je nach Verlauf der Wahl verändern. Dies liegt an sogenannten Überhang- und Ausgleichsmandaten. Erhält eine Partei über die Erststimme in den Stimmkreisen mehr Direktmandate, als ihr an Sitzen aus dem Ergebnis der Zweitstimme zustehen würde, erhalten die direkt gewählten Kandidaten ihre Sitze trotzdem. Dabei handelt es sich um Überhangmandate. Um das ursprüngliche Verhältnis des Wahlergebnis beizubehalten, erhalten die anderen Parteien dafür nach einer bestimmten Rechenmethode Ausgleichsmandate. So kann es vorkommen, dass es am Ende mehr als 180 Sitze im bayerischen Landtag gibt.

Wie wird der Ministerpräsident bei der Landtagswahl in Bayern gewählt?

Der Ministerpräsident von Bayern wird nicht direkt von den Wählern bestimmt, sondern von den Abgeordneten im bayerischen Landtag. Diese wählen den Ministerpräsidenten innerhalb einer Woche, nachdem der Landtag das erste Mal getagt hat. Für die Wahl benötigt ein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen.

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