Landtagswahlen 2019 : Gleich zwei AfD-Ableger: Diese Kleinparteien treten in Sachsen an

'Säxismus': Wahlplakate der Blauen Partei von den Wahlen in Sachsen.
"Säxismus": Wahlplakate der Blauen Partei von den Wahlen in Sachsen.

Ohne die AfD erfolgreich sein? Frauke Petry und André Poggenburg treten in Sachsen mit ihren eigenen Parteien an.

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30. August 2019, 18:00 Uhr

Hamburg | 19 Parteien treten am Sonntag in Sachsen an. Neben den großen sind einige Namen dabei, die viele Wähler bereits kennen: die Satire-Partei Die Partei, die Piraten oder die Tierschutzpartei. Es gibt aber auch eine Besonderheit: So treten mit Frauke Petry und André Poggenburg gleich zwei ehemalige AfD-Politiker mit ihrer eigenen Partei an. Vor ein paar Monaten wurde noch lautstark überlegt, ob Petry mit ihrer gemäßigteren Version der AfD oder Poggenburg mit seiner weit nach rechts gerückten Patriotenpartei ihrer ehemaligen politischen Heimat schaden könnten. Das scheint inzwischen mehr als unwahrscheinlich.

Weiterlesen: Diese Spitzenkandidaten treten in Sachsen an

Die blaue Partei – Frauke Petry und ihr zweiter Versuch

Frauke Petry, frühere Bundesvorsitzende der AfD, vor Beginn der Verhandlung im Meineid-Prozess. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
dpa/Sebastian Kahnert
Frauke Petry, frühere Bundesvorsitzende der AfD, vor Beginn der Verhandlung im Meineid-Prozess. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Frauke Petry stand zuletzt eher wegen privater Themen (juristische Schwierigkeiten, die Geburt ihres sechsten Kindes) im Fokus. Für ihre Blaue Partei tritt die 44-Jährige in Sachsen als Spitzenkandidatin an. Beobachter rechnen den "Blauen" keine großen Chancen ein, in den Landtag einzuziehen. Gegründet wurde die Partei kurz nach dem medienwirksamen Austritt Petrys aus der AfD nach der Bundeswahl 2017 – bisher mit wenig Erfolg. Inhaltlich erinnert die Blaue Partei in vielen Punkten an die AfD. So sieht das Wahlprogramm eine Stärkung der Polizei und straffere Kontrollen an den Grenzen vor. Den Duldungsstatus bei Zuwanderern möchten Petry und die angeblich nicht einmal hundert Mitglieder der Partei abschaffen.

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"Make Sachsen scheen again": Mit diesem Spruch tourte die ehemalige AfD-Vorsitzende in den vergangenen Wochen durch Sachsen. Doch weiterhin läuft ihre Partei in Umfragen nur unter "Sonstige", gefährlich wird sie ihren ehemaligen Verbünden nicht werden.

Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland (ADPM) – der zweite AfD-Ableger

Hat das Handtuch geworfen: André Poggenburg. Foto: dpa/Heiko Rebsch
dpa/Heiko Rebsch
Hat das Handtuch geworfen: André Poggenburg. Foto: dpa/Heiko Rebsch

Gegründet von enttäuschten AfD-Mitgliedern erhielt die ADPM besonders durch ihren Vorsitzenden André Poggenburg, den früheren AfD-Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, mediale Aufmerksamkeit. Doch knapp drei Wochen vor der Wahl in Sachsen war es damit vorbei: Poggenburg legte den Vorsitz der von ihm gegründeten Partei nieder. Zudem kündigte er an, die Partei verlassen zu wollen. Und das alles laut eigener Erklärung, um die AfD zu stärken. Es müssten sich alle Stimmen auf die Parteien "rechts neben dem linksentrückten Altparteienblock" konzentrieren, die momentan eine tatsächliche Chance auf den Einzug in die Landtage hätten. Seiner eigenen Schöpfung traute Poggenburg das anscheinend nicht zu. Laut Mitteilung sehe er es als seine "patriotische Pflicht" an, zur Wahl der AfD aufzurufen.

Die ADPM tritt nun ohne Poggenburg bei der Wahl an. Auch ihr werden keine großen Chancen ausgerechnet, den Sprung in den Landtag zu schaffen.

Wer sonst noch antritt

In Bayern sorgten die Feien Wähler mit ihrem guten Abschneiden bei den Landtagswahlen für Aufsehen. Vor den Wahlen in Sachsen ist mit so einer Überraschung nicht zu rechnen. Die Freien Wähler dürften auch in Sachsen die erfolgreichste Kleinstpartei werden, mit einem Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde ist aber nicht zu rechnen. Neben Tierschutzpartei, Piraten und Die Partei treten auch die Kommunistische Partei Deutschlands, die Ökologisch-Demokratische Partei, die Partei der Humanisten, die Partei der Vernunft, die Partei der Gesundheitsforschung und die Bürgerrechtsbewegung Solidarität an. Die letzte wünscht sich ein "modernes, dichtgeknüpftes Eisenbahnnetz in Sachsen" und enge wirtschaftliche Beziehungen zu Russland und China. Auch sie rechnen nicht damit, in den Landtag einzuziehen.

Weiterlesen: Vor Wahlen am Sonntag – CDU in Sachsen und SPD in Brandenburg legen zu

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