Bundesfamilienministerin in der Kritik : Plagiatsprüfer von Vroniplag beanstanden jede dritte Seite von Giffeys Doktorarbeit

Bundesfamilienminister Franziska Giffeys Doktorarbeit steht in der Kritik.
Bundesfamilienminister Franziska Giffeys Doktorarbeit steht in der Kritik.

Nun ist auch die Doktorarbeit von Familienministerin Giffey ins Visier der Plagiatsjäger von Vroniplag geraten.

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03. Mai 2019, 14:23 Uhr

Hamburg | Die Plagiatsprüfer der Plattform Vroniplag hat einem Bericht des "Spiegel" zufolge auf etwas mehr als jeder dritten Seite der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Verstöße gegen wissenschaftliche Regeln gefunden. Das berichtete das Magazin am Freitag vorab unter Berufung auf die inzwischen beendete Untersuchung der Aktivisten.

Zahlreiche "Blind- und Fehlzitate"

Problemtisch sei vor allem, dass "unsorgfältig" mit Quellenverweisen umgegangen worden sei.Demnach gebe es in der Arbeit zahlreiche "Blind- und Fehlzitate", bei denen Belege in Fußnoten ungeprüft übernommen worden seien. Vroniplag-Vertreter Gerhard Dannemann sprach laut "Spiegel" von einem eher mittelschweren Fall. Die beanstandeten Mängel seien vor allem gefährlich, weil sich so Fehler weiterverbreiten könnten.

Giffey selbst hatte die Freie Universität (FU) Berlin nach früheren Berichten um eine offizielle Prüfung ihrer Doktorarbeit gebeten und betont, sie habe diese "nach bestem Wissen und Gewissen verfasst".

Doktortitel verloren

In den vergangenen Jahren hatte es in der deutschen Politik mehrere Plagiatsvergehen gegeben. Auch prominente Politiker wie der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) waren betroffen. Sie verloren ihre Doktortitel oder gaben sie freiwillig ab.

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