Kundenansturm auf Landhandel : Verkaufsschlager angesichts von Corona: Vollschutzmasken

svz+ Logo
Derzeit bei Baywa gefragt: Vollschutzmasken, wie man sie ansonsten eher von der Feuerwehr kennt. Screenshot: Fisser
Derzeit bei Baywa gefragt: Vollschutzmasken, wie man sie ansonsten eher von der Feuerwehr kennt. Screenshot: Fisser

Der Landhandel war auch unter Medizinern und Apothekern einer der letzten Geheimtipps, um angesichts der Corona-Hysterie doch noch an Mundschutz und Desinfektionsmittel zu kommen. Mittlerweile gehen aber auch hier die Vorräte zu neige. Die Kunden suchen nach Alternativen.

Exklusiv für
SVZ+ Nutzer
svz+ Logo

von
05. März 2020, 17:22 Uhr

Osnabrück | Auf Anfrage bestätigen sowohl Baywa als auch Agravis – Betreiber der Raiffeisen-Märkte -, das Mundschutze ausverkauft und „bis auf Weiteres nicht lieferbar“ sind.

Screenshot: Fisser
Screenshot: Fisser

Die erhöhte Nachfrage auch aus dem Kreis der Nicht-Landwirte schreiben beide Shop-Betreiber der Verbreitung des Coronavirus zu.

Bei Baywa beobachtet man, dass die Neukunden deswegen zu Alternativen greifen. So gehöre zu den am meisten verkauften Produkten im Onlineshop derzeit eine sogenannte Vollmaske, Stückpreis: 79,94 Euro. Dabei wird nicht nur der Mund abgedeckt. Das ganze Gesicht verschwindet hinter einem Plastikschutz - ein Anblick, den man vor allem von der Feuerwehr kennt.

Screenshot: Fisser
Screenshot: Fisser

Das Einkaufsverhalten sei „sehr ungewöhnlich“, so eine Baywa-Sprecherin. „Vollmasken braucht ein Privatkunde so gut wie nie und auch Landwirte setzen diese nur zu ganz bestimmten Tätigkeiten ein“. Etwa beim Hantieren mit Pflanzenschutzmitteln.

Zunächst waren Baumärkte in den Fokus geraten - zum Leidwesen von Handwerkern. Die beklagen sich in sozialen Netzwerken, dass sie gewisse Arbeiten mangels vorgeschriebener Schutzkleidung derzeit nicht ausführen könnten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Bis der Mangel bei den Landwirten durchschlägt, dürfte es indes noch etwas dauern. Sie sind nicht täglich auf die Masken angewiesen.

Angesichts der hohen Nachfrage hierzulande hatte die Bundesregierung zuletzt ein Exportstopp für Atemschutzmasken verhängt. In Frankreich werden sie gar beschlagnahmt. Medizinisches Personal hatte sich darüber beklagt, dass nicht genügend Schutzkleidung zur Verfügung stehe. Hinzu kamen Polizeimeldungen über Diebstähle von Hunderten Schutzmasken aus Krankenhäusern.

Rene Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes warnte am Donnertag, die Bevölkerung sollte zugunsten des medizinischen Personals auf Desinfektionsmittel oder Schutzmasken möglichst verzichten - auch, um keine künstliche Knappheit am Markt zu erzeugen. "Es geht darum, dass Privatpersonen mit Händewaschen genau so viel erreichen", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Rene Gottschalk.

Fachleute weisen immer wieder daraufhin, dass Schutzmasken höchstens für infizierte Personen empfehlenswert seien, nicht aber als Präventivmaßnahme für gesunde Menschen.

Foto: Marcel Kusch/dpa
Marcel Kusch
Foto: Marcel Kusch/dpa

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte indes wenig Verständnis dafür, dass Vorräte an Schutzkleidung in Krankenhäusern bereits jetzt aufgebraucht sind. Er sagte: „Es ist Aufgabe der Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zu schützen. Ein Krankenhaus ist ein professioneller Arbeitgeber. Auch ein Hausarzt sollte Schutzkleidung haben.“

Das Land Nordrhein-Westfalen hat nach Behördenangaben eine Million Atemschutzmasken geordert. Wo, teilten die Behörden allerdings nicht mit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen