"Verstörendes Befriedigungszubehör" : Verbot von Kinder-Sexpuppen in Deutschland gefordert

Der Besitz und der Erwerb von Sexpuppen ist in Deutschland straffrei – auch wenn sie wie Kinder aussehen.
Der Besitz und der Erwerb von Sexpuppen ist in Deutschland straffrei – auch wenn sie wie Kinder aussehen.

Kinder-Sexpuppen sind in Deutschland frei verkäuflich.

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21. Juli 2020, 16:47 Uhr

Düsseldorf | Die nordrhein-westfälische CDU-Landtagsfraktion will ein umfassendes Verbot von Kinder-Sexpuppen in Deutschland erreichen. Die schwarz-gelbe Landesregierung solle dazu "schnellstmöglich" eine Initiative im Bundesrat einbringen, fordert die Fraktion in einem Antrag für das nächste Landtagsplenum. Import, Produktion, Handel und Verkauf solcher Puppen müssten verboten sowie der Besitz unter Strafe gestellt werden. Die Landesregierung solle sich beim Bund auch dafür einsetzen, dass Deutschland im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft eine europaweite Ächtung dieser Puppen durchsetze. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

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Kinder-Sexpuppen werden nach Deutschland importiert

"Mangels entsprechender gesetzlicher Schranken hat der deutsche Zoll keine Handhabe, um die Einfuhr dieses abstoßenden und verstörenden Befriedigungszubehörs zu stoppen", heißt es in dem Antrag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Missbrauchsmaterial sei frei verfügbar, es senke Hemmschwellen und ermögliche das Einüben von Missbrauchshandlungen an Kindern und Jugendlichen.

Die aktuellen Missbrauchsfälle in Nordrhein-Westfalen zeigten, dass die Handlungsspielräume der Täter viel zu groß seien. Jede Möglichkeit, diese weiter einzuschränken, müsse genutzt werden. Umso erschreckender sei es daher, dass das sogenannte Sexspielzeug in Deutschland frei verkäuflich sei. "Diese Kinderattrappen verharmlosen aber nicht nur den sexuellen Umgang mit Kindern, sie ermöglichen potenziellen Tätern geradezu, den Missbrauch an Kindern einzuüben." In der Regel würden die Puppen im Ausland hergestellt und nach Deutschland importiert.

"Wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch und Gewalt zu schützen, darf es keine Kompromisse geben", heißt es weiter. Der Bundesgesetzgeber sei gefordert, unverzüglich gesetzgeberisch tätig zu werden.

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